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„Ja, der Dunst dcS McnschcnblutcS ist zum Himmelaufgcsticgcn, und hängt, zu Donncrwolkcn verdichtet,über der ihrem Schicksal verfallene» Stadt. Und jetztHab' ich noch einen neuen Grund des Hasses gegen dieMauren: die Blume, die ich aufgezogen und gehütet,wollte ein Räuber mir vom Herzen reißen. Lcila —Du hast sie schlecht bewacht, Limen, und wärest Dumir nicht gerade um Deiner Bosheit und Verdorben-heit willen wcrth, so würde die ausgehende SonneDeinen Rumpf in den Fluten des Darro erblickt haben."
„Gebieter," antwortete Limen, „konntest Du, derWeiseste unseres Volkes, ein Mädchen nicht vor derLiebe hüten, wie kannst Du Dies den dämmerndenAugen und dumpfen Sinnen eines elenden alten Man-nes als Frevel znrechncn?"
Der JSraelite crwiedcrtc nichts, und schien dieseentschuldigende Gegenbemerkung gar nicht zu hören.ES war als scp er in die eigenen Gedanken vertieft,und zu sich selbst flüsterte er also: „ES muß so sepn;das Opfer ist hart — die Gefahr groß, aber hierwäre sie wenigstens noch unmittelbarer. ES soll ge-schehen. Limen," fuhr er wieder mit lauterem Tonefort, „weißt Du gewiß, daß selbst meine eigenen Lands-leute, mein eigener Stamm, mich nicht als einen derIhrigen kennen? Würden meine verachtete Geburtund Religion bekannt, so würde ich als ein Betrügerin Stücke zerrissen, und alle Künste der Kabala ver-möchten mich nicht zu retten."