halben der Schlaf herrschte. Zu diesem Fenster schlichsich der Maure, und nach kurzen Stillschweigen sangoder vielmehr flüsterte er — so leise war sein Ton —folgende einfache Verse, die mit geringer Abänderungeinem alten arabischen Dichter nachgebildct find.
Crwack, erwach, mein süßes Glück!
Zum Himmel kam mit Iwldem Blick
Dein freundlich Schwesterliche zurück.
Cs fehlt dein Blick!
Die Nacht sucht bang »ach deinem Blick.
Der heil'ge Vers auf meinem Schwert,
Dein Nam' in meiner Brust,
Zwei heil'ge Zeilen, gleich verehrt.
Mir immer gleich bewußt!
Doch nein! ich fühlt' eS tausendmal.
Die Brust malmt emsiger als der Stahl.
Schein auf mich, holdes Mondsgesicht;
Aus trüber Nacht ein Sternkranz bricht.
Beneidend deiner Augen Licht,
Ihr süßes Licht:
Welch Ster» gleicht diesem Zauberlicht?
Leise öffnete sich das Fenster als er geendigt, undeine weibliche Gestalt erschien auf dem Balkon.
„Ah Lcila!" sprach der Maure, „ich sehe Dichund ich bin beglückt."
„StillI" crwiederte Lcila, „sprich leise und bleibnicht lange. Ich fürchte, man argwöhnt unsere Unter-redungen, und dies," setzte sie mit bebender Stimmehinzu, „ist vielleicht das letztem«!, daß wir uns sehen."