Druckschrift 
4 (1847)
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

besaß die Gesundheit des Verstandes, die gewöhnlichmehr als Talent wirkt die gewöhnlich das Genie be-gleitet. Dies prekäre und oft nicht gewürdigte Muhen aufdem Felde der polemischen Literatur sollte nicht das ein-zige Hilfsmittel zur Erlangung des Ruhmes seyn, nachdem er strebte. Geduldig arbeitete er sich durch die trocke-nen Formalitäten seiner Wissenschaft, indem er das Dunkledurch seinen scharfen Geist aufklärte und das verwickeltsteDetail durch die Kraft eines an Abstrahiren gewöhntenVerstandes in ein System brachte, und lernte so selbst dasWiderwärtigste durch das Gefühl, neue Schwierigkeitenüberwunden und einen klaren Ilmblick erlangt zu haben,lieben. Was oberflächliche Leute Genie nenneip hatte JohnArdworth in sehr geringem Grade. Er hatte einige Ein-bildungskraft, (denn einem echten Denker fehlt diese nie,)aber sehr wenig Phantasie. Er tändelte nicht mit den Mu-sen; auf dem Granit seines Geistes konnten nur wenigBlumen blühen. Sein kräftiger, überzeugender Styl ließzuweilen einen Humor blicken, der nicht ohne Tiefe war,aber selten zeigte sich darin Witz und noch weniger Poesie.Und dennoch war Ardworth genial. Genialität war die be-triebsame Energie, die so geduldig in der Bewältigung vonEinzelheiten, so glücklich in der Erringung von Resultatenwar. Genialität war das thätige Interesse für die Mensch-heit, die hartnäckige Entschlossenheit, vorwärts zu kommen,die klare Einsicht in die großen Angelegenheiten und Inter-essen der Welt; eine Genialität, die genährt war durchStudium, und sich, so wie er mit Menschen in BerührungBulwcr's Romane. 6X1V. 6