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1 (1868)
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Gothische Kirchen in Westfalen.

kräftigen Halbsäulen besetzt und mit zierlichen Kämpi'ersimsen gekrönt.Etwas älter erscheint der kurze Chor in reicherer und zierlicherer Durch-bildung. Die Gurtträger zeigen saubere Laubcapitäle, die Fenster Einfas-sungen mit Säulchen und Kundstäben . sowie prachtvolles Maasswerk. —Die Pfarrkirche trägt im viereckigen Chor noch Merkmale der Ueber-gangsperiode an sich, das kurze Langhaus hat zwei Paar schlichte Rund-pfeiler und in den Fenstern lrühgothische Formen.

Unna. Die Kirche, deren mit dem Hauptschiffe fast gleich breite Neben-schiffe einen Umgang um den 138!) —1390 erbauten Chor bilden. Im Lang-hause , welches durch zwei kreuzförmige, in den Ecken mit Gurtträgernversehene Pfeiler von dem Chore getrennt wird, sind die meist in quadra-tischen Abständen aufgestellten Pfeiler schlicht rund mit runden Sockelnund rohen glockenförmigen Kämpfern. Die Rundpfeiler des Chores sindschlanker gehalten und mit vier Halbsäulen besetzt. Der 1107 —1407 er-richtete viereckige Westthurm ruht innerlich auf zwei gewaltigen Rund-pfeilern, die mit den Schiffpfeilern nicht Flucht halten. Die Kirche istrestaurirt und mit neuem Fenstermaasswerk versehen. (Lübke Taf. 19u. 24.)

Vreden. Die Pfarrkirche mit schlanken Rundpfeilern, die im östlichenTheile des Langhauses enger gestellt sind, als in dem J4 78 erbauten undmit Sterngewölben gedeckten westlichen Theile. Der Chor ist kurz vor-gelegt. Der Thurm und das schmuckvolle Portal der Nordseite sind Ueber-reste eines romanischen Raues.

Waltrop bei Lünen. Die kleine spätgoth. Kirche mit schmalen Seiten-schiffen und eng gestellten Rundpfeilern. Der Chor ist gerade geschlossen.(Details bei Lübke auf Taf. 19.)

Marburg. Die bald nach 1284 geweihte Untere Stadtkirche, derenSeitenschiffe neben dem kurzen Chore . diesem entsprechend , polygonischenden. Die Pfeiler sind rund und mit je acht Halbsäulen besetzt, vondenen die vier schwächeren auf Consolen basirt sind und deren CapitäleEichenlaubschmuck zeigen. Die Strebepfeiler sind mit Fialen gekrönt.

Wnrendorf unweit Münster. Die Kirche mit schlichten Rundpfeilernund Giebeldächern über den Seitenschiffen, XV. Jahrhundert.

Wedderen bei Dülmen. Die Kirche des 1477 gegründeten Karthäuser-klosters, einschiffig aus Ziegeln mit modernem Dachthurm.

Meid bei Soest. Spätgoth. Pfarrkirche mit schmalen Seitenschiffen.Die schlanken Rundpfeiler haben vier Dienste mit polygonen Sockeln undschlichten Capitälen. In den Seitenschiffen setzen sich die Dienste überden Capitälen weiter fort und tragen die Gewölbegurtc erst über einemzweiten Capital. An das nördliche Seitenschiff schliesst sich nach Art einesKreuzarmes ein Raum, dessen Gewölbe auf einem Mittelpfeiler ruhen. DieWände der Kirche sind unterhalb der Fenster mit Maasswerk belegt.

Wiedenbrück. Das spätgoth. Langhaus der Kirche (oben S. 44 2) mitachteckigen Pfeilern. Der Westthurm ist neu.

Wolbeck bei Münster. Kleine edelgothische Kirche mit schmalen Seiten-schiffen und kurzem Chor. Kräftige mit vier Halbsäulen besetzte Pfeiler.

Wormeln bei Warburg. Einschiffige Nonnenkirche mit geradem Chor-schluss und Westempore, XIV. Jahrhundert.