Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
516
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Gotliischc Kirchen

5!ü

Bürger und in der breit bimförmigen Profilirung der ‘Wanddienste des ge-wölbten Chores dem Charakter der Profile des Domes von Prag nahe ver-wandt. (Heideloff, die Kunst des M. A. in Schwaben. I, 35 f. undTal'. 1. Fig. 4 — 7.)

jHiiiiclieu. Die Frauenkirche 1 ), grossartiger dreischiffiger Hallenbauaus Ziegeln mit Chorumgang und zwei mächtigen Westtliürmcn, 11G8 bis1 ISS, geweiht 1491. Achteckige Pfeiler ohne Gapitäle, an welchen diereichen Netzgewölbe auf kurzen vorgekragten Diensten ruhen; zwischenden einwärts gezogenen Strebepfeilern schmale Kapellen unter hoher Pult-bedachung. Das Aeussere fast ganz schlicht; die Thürine, oben achteckig,mit HachenZwiebelhaubcn. llcstaurirt 1858 — 1SG1. 2 ) (v. Wiebeking,Baukunclc. Taf. 5. Fig. 4 f.) — Die übrigen gothischen Kirchen sind nurunbedeutend und meist verzopft.

Nabburg in der Oberpfalz. Die Pfarrkirche von basilikaler doppel-chöriger Anlage und in der Grundform des Kreuzes, doch ohne Vorlagender Arme mit zwei einfachen Westthürmen in gleicher Flucht und inner-lich in Verbindung mit den Seitenschiffen, doch ist nur der südliche Thurmvollendet. Der in die zweite Iiälftc des XIV. Jahrli. fallende edle Bau vonc. 100 F. Länge scheint um 1402 im Wesentlichen beendigt gewesen zusein und hat viel Verwandtes mit dem Dome zu Regensburg. Die geglie-derten Pfeiler sind im Kern viereckig mit Gurtträgern auf den Ecken undin der Mitte der vier Seiten. Die Streben haben Giebelbedachüngen undmit Ausnahme des Ostchores Fialenkrönungen; am Langhause massiveStrebebögen. Der apsidenartige Ostchor ist niedriger als das Schiff undunter besonderem Dach ; im Westelior ist eine gotliisclie Orgelbühnc einge-baut. (Sighart, Bayr. Kunstgosch. S. 3G3—G8 und Nr. 139 —145.)

Nagold bei Calw. Der Chor der Stadtkirche, begonnen 1401; zumTheil verdorben.

Nelliuarkt in der Oberpfalz. Die Pfarrkirche , ein spätgothischer drei-schiffiger Hallenbau mit Chorumgang ; der Chor 1404—1434. Der stattlicheins Achteck übergehende 'Westthurm mit freiem Pfostenwerk vor denFenstern. (Sighart, Bayr. Kunstgesch. S. 453. Nr. 104 —107.) — DieHofkirche von 1487, im Hauptschiff mit flacher Decke, im Chor mitNetzgewölben; etwas entstellt.

Neuilblirg vor dem Walde (Oberpfalz). Der Chor der 1’ f a r rk i r ch e ,geweiht 1443; das anscheinend ältere Schiff wurde 1478 erweitert, 1482die Südseite und dann die Nordseite gebaut und das (später verzopfte)Ganze 1491 geweiht. — Die Jacobs- und die S p i t a 1 k i r che sind kleinespätgothisehe Gebäude.

iNcilöltillg in Oberbayern. Die Pfarrkirche, deren Chor mit demauf der Nordseite stehenden kühnen und zierlichen Thurm 1410 begonnenwurde, das Langhaus mit Rundpfeilern und zwei eleganten Portalen 1185.

1) (Gsell), Die Metropolitan- u. Stadt-l’farrk. zu u. 1. Frau in München.IS39. Mit Abbild. — Sighart, J., Gesell, u. Schilderung der Fraucnk. in Mün-chen. 1853. Mit Abbild. — Holland, H., Gesell, der Münchener Frauenk. 185!).

-) Vergl. Abcndbl. der N. Münchener Ztg. IStil. Nr. 5—7. — Neueste Mün-chener Nadir. 1S(i2. Nr. 24.