in den Rheinländern
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Strnsslnu'g. Das Münster 1 ] zeigt die Entwickelung der goth. Bau-weise seit der Zeit des Romanisnms von ihren strengen Anfängen bis zuihrer edelsten Ausbildung und ebenso in ihrer Abnahme und völligen Aus-artung durch alle Stufen. Das Langhaus mit seinen in lli Säulchen geglie-derten Pfeilern hat noch cinigermassen schwere Formen ; es wurde bis 1275vollendet und gleicht dem Münster von Freiburg, das es jedoch an Durch-bildung des Stils übertrifft. Die weltberühmte Farade, gegründet 1277,25. Mai, befolgt zwar in den angebrachten trennenden llorizontalgalerienden französischen Kathedralenstil, bildet denselben jedoch selbständig unddem Princip der Gothik gemäss in edelster Weise aus und um ; sie zerfälltin drei Etagen, deren untere die drei Portale, die mittlere ein grosses Rad-lenster, und die obere, von dem ursprünglichen Entwürfe abweichende,drei hohe Spitzfenstcr enthält. Von reizender Wirkung ist besonders dieAnwendung des in einiger Entfernung vor der Yordcrwand angebrachtenleichten, vielfach durchbrochenen und reich gegliederten Stab- und Maass-werkes. welches sich gleichsam wie ein frei schwebender Steinkranz umdie grosse Eensterrose legt. Die Farade war zwar im Wesentlichen imJahre 1330 vollendet, die Plattform ist indess erst 1305 ganz zu Standegekommen. Von den projectirten beiden Thürmen ist nur der nördlichefertig geworden : derselbe befolgt nur bis zu den Fenstern des Glocken-hauses den ursprünglichen Plan und ist in seinem überbau in zwar will-kürlichen, aber von technischer Meisterschaft zeugenden, spätgoth. Formenerst 1130 vollendet worden. (Schreiber, Denkm. am Oberrhein. Lief. 3.— Cliapuy, Cathedrales. Livr. 10—12. — Details bei St atz und l'n-gewitttcr, Musterbuch auf Taf. SS f. und 03. — Ungewitter, Lehr-buch. S. 3S7 und auf Taf. 1. 13—15 und 27.)
Alt-St. Peter, 2 3 ) mit schönem spätgoth. Chor von etwa 1 *15 0 ; dasUcbrige von 1428 und 1381. — Die 1200 geweihte einfach frtthgoth. Do-minicancrkirche, :i ) ursprünglich von basilikaler Anlage, aber mit spätererhöhtem südl. Seitenschiff. Die ursprünglichen Pfeiler rund mit schlichtenCapitälen, die späteren concav achteckig ohne Capitälc. Der jetzt als Bi-bliothek dienende abgetrennte Chor 1308 —1 315 in schlanken Formen.
1) Scliadaeus, Os., Summum Argent. templum: d. i. : Ausführliche v.Eigendtliclie Beschreib, etc. (Münsterbüchlein}. 1017. ■— (llehr), StrassburgerMünster- u. Thurn-Büchlein. (1732). 1. Aufl. 1773. — (Boehm), Descriptionnouvelle de la cathedrale de Strasbourg et de sa fameuse tour. 1743.— (Göthe),Von deutscher Baukunst. 1). M. Erwini a Steinbach. 1773, in: Von deutscher Artu. Kunst. Hamburg 1773. S. 110—130. — Grandidier, Essais hist, et topogr.sur l’üglise cathedrale de Strasbourg. 17S2. •— Schüler, Th., das StrassburgerMünster. I x | 7. — De Wette, W. M. L., das Strassburger Münster, in Zsch ock e,Erheiterungen. 1822. lieft 2. S. 141 ff. — Schneegans, I,., Essai hist, sur lacathedrale de Strasbourg. 1830. (Ueberä. von Tisc-hendorf, in Ilgen, Zeitsclir.für die histor. Theol. VIII. (II.) 4, 00—142. — Friedrich, A., la cathedrale deStrasbourg et ses dütails. 1831)—1841. — Strobel, Ad. Waith., das Münster inStrassburg. 1844. — Straub, A., le symbolisme de la cathüdrale de Strasbourg.Discours etc. 1855. — Piton, F., la cathedrale de Strasbourg. 1802. — Lübke,\V., Zwei deutsche Münster, in Westcrmann’s Monatsheften. 1802.
2) Strobel, A. W., Gesch. der Kirche zum alten St. Peter. 1824.
3) Edel, die Neue Kirche in Strassburg. Nachrichten von ihrer Entstehung,ihren Schicksalen etc. 1825.