Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
501
Einzelbild herunterladen
 

in den Rheinlanden.

501

Oberwesel. Ruine der Franciscanerkirche, eines spätgoth. Hallen-baues mit nur einem (siidl.) Seitenschiff und übereck stehenden viereckigenPfeilern. — Die Stiftskirche u. 1. Fr. mit basilikalem.Langhaus, ein-schiffigem Chor und unten viereckigem, oben achteckigem Thurm, geweiht1331. Sechseckige Pfeiler mit rechteckiger Vorlage an der Front. Strebe-pfeiler nach innen gezogen, im Chor für einen Mauerumgang durchbrochen,(Quaglio, Merkwürd. Gebäude. II. 1. Taf. 3.) — St. Martin, spät-gothisch , mit nur einem niedrigeren Seitenschiffe auf der Nordseite undachteckigen Pfeilern ; über dem Westende ein Tliurm.

Oberwillter bei Unkel. Kleine spätgoth. Kirche, in dem mit Ilolzdeckeversehenen Langhause mit nur einer (nördl.) Abseite, im Chor mit nachinnen gezogenen Strebepfeilern und Netzgewölben. Vergl. Lotz 1, 185.

Oppenheim. Die Katharinenkirche: *) das mit zwei niedrigen sichin den Hauptchor und in die Kreuzarme öffnenden Nebenchören verseheneAltarhaus, angeblich begonnen 1262, in einfachen ffühgoth. Formen; derPrachtbau des basilikalen Langhauses im ausgebildeten Stil mit reich ge-gliederten, im Kern übereck stehend viereckigen Pfeilern und in den Fensternder Seitenschiffe schon mit bloss decorativem, aber glänzendem Maasswerk.Zwischen den Strebepfeilern der Seitenschiffe sind unterhalb der breitenFenster niedrige Kapellen angebracht, die sich nach innen in Spitzarkadenöffnen und einen Umgang tragen, während ein äusserer Umgang die Strebe-pfeiler durchbricht; die ehemal. Strebebögen sind zerstört. Ueber demKreuze erhebt sich ein achteckiger Thurm mit hässlichem Zopfdach. Dasschöne Westportal zwischen den beiden (älteren) Thürmen wird durch denerst 1439 geweihten, jetzt in Trümmern liegenden Anbau des gleichfallsbrillanten Westchores verdeckt; die übrige Kirche ist restaurirt. (Möller,Denkm. I. Taf. 31 — 37. ■— Kallenbach, Atlas. Taf. 46. —P’örster,Renkm. 6, 23—26 und 2 Taf.) Ueber den Karner auf dem Kirchhofe s.oben S. 262.

Pfalzel bei Trier. Kleine edel goth. Kapelle, deren Schluss so aus vierSeiten eines Achtecks gebildet ist, dass die Axe in eine Ecke fällt. (Kug-ler, Kl. Sehr. 2, 225.)

Rheiübach bei Bonn. Einfache spätgoth. Flallcnkirche mit achteckigenPfeilern, die unmittelbar in die Wölbung übergehen.

Rheinfels bei St. Goar. Ruine der 1315 gegr. Schlosskapelle.

Rokeskyll unweit Adenau. Die der Hospitalkirche in Cues ähnlicheKirche aus der Zeit zwischen 1511 und 1535.

Roseilthai bei Eisenberg. Spätgothische Ruine der Cisterzienser-Non-nenkirche: ein gestrecktes Langschiff mit einer Empore, die bis zum Altar-raum reichte ; am Giebel ein ausgekragtes Thürmchen.

Roscnweiler bei Rosheim. Chor und Thurm der Pfarrkirche aus demXIV. Jahrh.

Rulfach. Die reich ausgestattete Westseite der Kirche.

Saarwerden. Der Chor der Kirche, der mittelst eines Emporgangesmit dem ehemal. gräflichen Schloss verbunden war.

1) Müller, Fz. Hub., die St. Katharinenkirche zu Oppenheim. 1821. (Pracht-werk mit 10, z, Th. colorirten Kupfern. 3. Ausg. 1853.)