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Romanische Kirchen
nischen in den gothischen Baustil, welche sich hier in einzelnen Fällenbis in den Anfang des XIV. Jahrhunderts hineinzieht, gehören dieältesten erhaltenen Denkmale an, in welchen daher grösstentheils derniedrige Spitzbogen neben dein Kundbogen vorkommt. Da es in demganzen norddeutschen Tieflande an Bruchsteinen mangelt, so war mantheils auf den im Geschiebe mehr oder weniger reich verbreitetenGranit, theils auf das künstliche Material der Ziegel (opus lateridum )angewiesen, 1 ) und es finden sich beide Baumaterialien in dem ganzenGebiete dergestalt neben einander angewendet, dass grössere Kirchenmeist immer aus Ziegeln, kleinere oft (z. B. auf dem Fläming und indem grösseren Theile der Mark Brandenburg, namentlich in der Alt-mark, der Priegnitz, der Grafschaft Ruppin und der Ukermark inüberwiegender Mehrzahl) aus Granit erbaut sind. 2 ; Im Lande Stargard(etwa mit Ausnahme der Stadt Neu-Brandenburg und des Cisterzienser-Nonnenklosters Wanzka, wo der Ziegelbau herrscht), ist Beides durcheinander zur Anwendung gekommen : Granit zu dem rechteckigenKörper des Gebäudes und Ziegel zur Bekleidung der Fensteröffnungen.Granit und Backstein, zwei an sich höchst verschiedenartige Baustoffe,stimmen jedoch darin mit einander überein, dass sie sich gleichmässigzur Aufführung glatter Mauern, also im Allgemeinen für den roma-nischen Baustil sehr wohl eignen, während jedoch auch hier, was dasOrnament anbetrifft, der harte, nur sehr schwer zu bearbeitende Granithinter dem bildsamen Backstein zurückbleibt; wir finden daher dieGranitgebäude höchst einfach, und ihr ganzer, ernster Schmuck pflegtlediglich in rechtwinkeligen Abstufungen der Thür- und allenfalls derFensterwände, sowie in Abtreppungen der Giebelschenkel zu bestehen,aber eine eigentlich künstlerische Ausbildung lässt sich nur an demZiegelbau wahrnehmen. Das System desselben schliesst sich im Ganzenzwar genau an niedersächsische Vorbilder mit treuer Festhaltung desüberlieferten Basilikentypus an, indess anders verhält es sich in Be-ziehung auf gewisse Details, (wenn diese nicht, was zuweilen vor-
1) Vergl. oben S. 27 u. 32—3-1.
2) In dem Landstriche des bischöfl. Sprengels Brandenburg, welcher nördlichvom Plauer Kanal, westlich von der Elbe begrenzt wird u. sich südlich bis etwa zurAnhaitischen Grenze erstreckt, kommen in den Städten (Belzig, Niemegk [ehemals],Burg, Genthin) u. auf dem Lande nur Granitkirchen vor: im Havelbergischen da-gegen (nördlich von Genthin) scheint ausschliesslich der Ziegelbau üblich gewesen zusein. Auf dem Fläming u. in der ganzen Umgegend sind die Landkirchen regelmässigaus Granit; die älteste Kirche des Landes Jüterbog (u. 1. Fr. auf dem Damm) ist da-gegen Ziegelbau. Letzterer kommt auf dem Lande in dieser Gegend nur ganz ver-einzelt vor: zu Pechüle u. Bardenitz bei Treuenbrietzen, u. weiter südlich: zu Axienbei Torgau.