Baustil.
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Arkadenbögen und eine auf denselben lastende dicke Mauer zu tragen,hatte nach dem Vorgänge des Byzantinismus bereits die karolingische Kunstzwischen Capital und Bogen den Kämpfer (oben S. 285 § G3 und Fig.122) eingeschoben, welcher in Fig. 130 nach byzantinischen Mustern intrapezförmiger Ausladung gebildet ist, in Fig. 127 und 129 dagegen (wieschon in Fig. I 22) als ein aus dem Capitäle aufsteigender, mit ausladendemSimswerk gekrönter viereckiger Pfeiler, der in Fig. 127 in bewusster Weisedem antiken Säulengebälke nachgebildet erscheint und wie dieses förmlichaus drei Abtheilungen besteht: Architrav und Fries sind durch einen Perl-stab getrennt, und der Kranz ist (wie auch in Fig. 128) mit dem Zalm-schnitte verziert. Später verwandelte sich derKämpfer gewöhnlich in einen verstärkten mehr-gliedrigen Abacus und bildet nicht mehr ein beson-deres Glied für sich. — Ausser den der Antike ent-lehnten Capitältypen tauchen im Romanismus zwarhin und wieder auch mannichfaclie eigene Erfin-dungen (z. B. von Trapez- oder Trichterform) auf,unter welchen jedoch nur das Würfelcapitälzur allgemeinen Herrschaft und Ausbildung inDeutschland gelangt ist. In dem ältesten bekanntenBeispiele, an einem Fenstertheilungs-Säulchen imWestchore des Münsters zu Essen aus der zweitenHälfte des X. Jahrhunderts (Fig. 131) gleicht eseiner halbkugeligen Schale, die mit dem unmittel-bar darüber aufsetzenden Mauerwerke des Bogensdadurch verschmolzen ist, dass letzterem entspre-chend auf allen vier Seiten der obere Theil derSchale senkrecht abgeschnitten erscheint, wodurchsich über dem kugelförmigen Grunde vier halb-kreisförmige Schilde ergeben. Diese an das do-rische Gapitäl der Antike erinnernde, nur noch inder ebenfalls liochalterthümlichen Krypta zu Em-merich nachgewiesene anmuthige Bildung dürfteFig. 131. siiulchen a us dem sich als eine gefällige Uebertragung des wohl ohneMünster zu Essen (naciiv. Quast). Zweifel dem urdeutschen Holzbau entlehnten Wür-felknaufes auf den Steinbau ergeben, während an-dere ebenfalls noch frühzeitige, namentlich sächsische Beispiele (Fig. 132)in schlagender Weise auf diesen Ursprung hindeuten. Ueberhaupt erwiessich das an sich einfache Motiv manniclifaltigster Modificationen fähig,wenngleich die in Fig. 133 wiedergegebene Form am häufigsten auftritt.Die Theilung der Würfelflächen in zwei oder mehrere Schildchen ist einespäter vorkommende spielende Variante (Fig. 137 und 142), von welcherdas hin und wieder in Süddeutschland anzutreffende sogen. Pfeifencapitäl,das unter der Deckplatte eine ganze Reihe von Schildchen zeigt, die nachunten kegelförmig gefältelt zusammenlaufen, wiederum als eine besonderephantastische Modification erscheint. — Gegen Ausgang der romanischenPeriode tritt eine zierliche Verbindung der Kelch- und Würfelform auf,indem sich der Cubus zu einer starken Platte vermindert, deren Uebergang