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1 (1868)
Entstehung
Seite
279
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Baukunst.

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Emporen über den Seitenschiffen sind nur im Oriente ein integrirenderTheil des Gebäudes. Eine schmale loggienartige Vorhalle ( Narthcx )und ein Vorhof mit Brunnen ist Erforderniss.

Ueber die Baulinie und die Orientirung s. oben S. 10 u. S. M Anmerk. 1. Ueber die Confessio mit dem Märtyrergrabe S. 40 Anmerk. 2. Ueber dieKreuzform und das Querschiff S. l(i Anmerk. u. S. 45. Ueber die Vorhalleund den Vorliof mit dem Reinigungsbrunnen S. 63 f. u. S. 265. Ueber dieEmporen S. 73 f.

Die mächtige Wirkung der äusserlich ganz schmucklos gehaltenenaltchristlichen Basiliken beruht lediglich in der Grossartigkeit der Ge-sammtanlage. Die Säulen pflegte man ohne weitere Rücksicht von zer-störten heidnischen Tempeln etc. zu nehmen, begnügte sich auch-thigenfalls mit Pfeilern, so dass sich mehrere Beispiele finden von fünf-schifl'igen Kirchen, wo nur das Mittelschiff Säulenreihen hat. währenddie Seitenschiffe unter sich durch Pfeilerstützen getrennt sind. In ein-zelnen Fällen behielt man zwar noch das regelrechte Horizontalgebälküber den Säulen bei, entschied sich jedoch meist für die auch anderweitigin Römerbauten vorkommendc Verbindung derselben durch Bögen, waszwar gegen den Geist der antiken Baukunst, aber in Betracht der schwerlastenden Seitenmauern des Mittelschiffes organischer war. Die Apsiserscheint zuweilen nicht als besonderer Ausbau, sondern ist am Ende desMittelschiffes in den rechtwinkeligen Schluss des Gebäudekörpers nureingeschoben. Die für die verschiedenen Abstufungen der Büsscr be-stimmten äusseren Theile, der Narthex und der Brunnenhof, erinnernmehr an das vor den Oeds belegene Peristyl des Privathauses (S. 27(i),als etwa an den Vorhof des jüdischen oder gar des heidnischen Tempels.Der Narthex erscheint aus der dem Oecus unmittelbar vorliegenden hin-teren Säulenhalle des Peristyls hervorgegangen.

Das grossartigste Denkmal des römisch-christlichen Basilikenbaues,bis zu einem Brande 1823 erhalten und seitdem wieder gebaut, war dieKirche des h. Paulus ausserhalb der Mauern Roms (386 400) ; ') s. denGrundriss Fig. 117. (Die das Querschiff in zwei Hälften zerschneidendein Arkaden geöffnete Wand war erst in Folge eines Erdbebens vom J.801 eingezogen worden.) Das anschaulichste Bild der alten Cultus-einrichtungen gewährt die zwar erst dem IX. und XII. Jahrh. angehö-rende Kirche S. Clemente in Rom (oben Fig. 116). Das Innere zeigtdie vollständige Choreinrichtung (l) mit Schranken und Ambonen, imAeusseren die Vorhalle (h) und den Vorhof (i). S. den GrundrissFig. 118. 1 2 ) Eine tabellarische Uebersicht der altchristlichen Basilikendes IV. bis VI. Jahrh. bei Mothes, Basilikenform.

1) dAgincourt, Archit. Taf. 47 ; 69 No. 2. 3. Guten.sohn u. Knapp.Taf. 47. Hübsch, altchristl. Kirchen Lief. 1 u. 2.

2) dAgi n e our t, a. a. O. Taf. 16. 64 No. 4. Gu t e n s o h n u. Knapp Taf.3234. Gailhabaud, Denkm. Lief. 7.