274
Altchristliche
gepriesene Kirche zu Nicomedien konnte, nachdem Diocletian die Zer-störung derselben durch Feuer aus polizeilichen Gründen unstatthaft ge-funden hatte , von den Prätorianern mit Aexten und Brechstangen inwenigen Stunden dem Erdboden gleich gemacht werden. Obgleich vonder Beschaffenheit dieser primitiven Kirchengebäude keine Kunde aufuns gekommen ist 1 2 ), so darf doch vermuthet werden, dass dieselbennach einem wesentlich übereinstimmenden, den gottesdienstlichen Be-dürfnissen angemessenen Typus errichtet waren.
55. Gleichzeitig kommt für das christliche Gotteshaus als Ver-sammlungsstätte der Gemeinde der Name Basilika {ßaatXr/.rj) vor,und zwar in solchem Zusammenhänge, dass damit in baulicher Be-ziehung ein völlig bestimmter Begriff verbunden erscheint, wodurchder Schluss auf eine Uebereinstimmung des Typus mit den heidnisch-römischen Profanbauten gleiches Namens gerechtfertigt wird.
Andere Benennungen der christlichen Versammlungsstätten habenlediglich religiöse und keine Beziehung auf die bauliche Gestaltung.
In einem Briefe des Constantinus an den Bischof Makarios von Je-rusalem (bei Euseb. de vita Const. 3, 31) beauftragt ihn der Kaiser,über dem heiligen Grabe eine Basilika zu erbauen, schöner als irgend-wo und so ausgestattet, dass Alles, was in jeder Stadt Schönes sei, vondiesem Bau übertroffen werde, 3 ) benachrichtigt ihn, dass er wegen derErrichtung und Verzierung der Mauern dem Drakilianos bereits Auftraggegeben habe, und erfordert darüber schleunigen Bericht, ob nach derAnsicht des Bischofes die Säulen aus Marmor oder anders, ob die Deckeder Basilika '*) als Täfelwerk oder in anderer Weise auszuliihren am an-gemessensten sei. Aus diesem Aufträge des kaiserlichen Bauherrn folgtunwiderleglich, dass Makarios durch das einzige Wort B a s i 1 i k a überdie Grundgestalt des Gebäudes im Klaren sein musste (vergl. Zester-mann, Basiliken, S. 1G7; Messmer, Ursprung etc. der Basilika, S.13 ; Weingärtner, Ursprung des Kirchengeb. S. 31 ; Moth es S. 22),und wenn damals eine bestimmte Gattung römischer Profangebäude be-reits seit etwa 500 Jahren mit diesem Namen zu bezeichnen allgemeinüblich war, so fällt danach die christliche Basilika, zur Unterscheidungvon den Profanbasiliken auch basilica ecclesiae genannt, mit der römisch-heidnischen in baulicher Beziehung unter denselben Begriff. Der Name
1) Lactant. de mortibus persec. c. 42: Veniebant igitur praetoriani acie structacum securibus et aliis ferramentis; et immissi umlique, tarnen illud editissimum paucishoris .solo adaequarunt.
2) Die Basilika des lteparatus in Algerien, deren Ueberreste bisher dem J. 252vindicirt wurden, datirt nach neueren chronologisch-kritischen Untersuchungen derbetreffenden Inschrift erst aus dem J. 325 oder 327, also aus der ConstantinischenZeit. Vergl. Messmer, Jos. Aut., in den Mittheil, der k. k. Central-Commiss.(1864) !), 236.
3) lluaihxqv T(i)V c( uaviayoi ßU.Tt'ovit. .. djg 7rctl’T(c tu ixccorqg xctV.iorevorTUuobitog V7TO Tov xrlafUtTos iovtov vixicaHai.
■1) Tijr rij; ßaaihxqg xufjuqctr.