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1 (1868)
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Grabdenkmäler.

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zeichnend. Die vermutblich von einem Laien ausgegangene eigentlicheNotenschrift (Zirkel, Vierecke und Punkte auf einem Liniensysteme) bliebzuerst von der Kirche ganz unbeachtet, indem für den kirchlichen Gesangim XII. Jahrhundert noch lange die Neumen beibehalten wurden. — AufPergament geschriebene Chorbücher, namentlich des späteren M. A.,kommen noch häufig vor und sind oft mit Miniaturen geschmückt.

Mittelalterl. Quellenschriften über Musik findet man gesammelt bei Ger-bert, Scriptores ecel. de musiea sacra (St. Blasien 1781). — Der älteste undwichtigste musikal. Codex ist das Antiphonarium in der Bibliothek zu St.Gallen aus dem VIII. Jahrh. (in Facsimile herausgegeb. von dem Jesuiten L.I.ambill ott e. Paris 1851); vgl. Scliubig er, Ans., die Sängerschule vonSt. Gallen vom VIII—XII. Jahrh. Einsiedeln 1858. — Belehrend über dieMöglichkeit einer sicheren Entzifferung der Neumen u. mittelalterl. Noten istdie von Lambillotte a. a. O. gegebene Zusammenstellung eines und des-selben Gesanges (des Graduale der dritten AVeih nachtsmesse: Viderunt omnesfines terrae etc.) in Tonschrift des VIII—XIV und XVII. Jahrhunderts ausAntiphonarien der betreffenden Zeit (abgedr. auf der Musikbeilage zu No. 10des Organs für christl. Kunst 1855). — Andere Proben von Musikschrift ausverschiedenen Jahrhunderten bei Gerbert, de cantu et musiea sacra 2, (i 1 sqq.;in AV a 11 h e r, J. L., Lexicon dipl. 2 zugleich mit Auflösung in moderne Noten-schrift; auch bei Anthes, F. C., die Tonkunst im evangel. Cultus 1810.Beil. 1—3. — T. O. AVeigel in Leipzig besitzt eine Sammlung von Facsimilesspätmittelalterlicher Musikschriftproben (von Y arg es aus Nordhausen), zumTheil mit Miniaturen. — Ueber die alten musikal. Bezeichnungen: Revuearchöol. 1850. 12. livr. — Geber Gesch. der mittelalterl. Musik: Neu-maier, J., Gesch. der christl. Kunst, der Poesie, Tonkunst etc. 1856. Bd. 1(Abth. 2); vgl. auch Jakob, die Kunst im Dienste der Kirche S. 161—223.

51. Die Sitte, Verstorbene, besonders geistlichen und adeligenStandes, in den Kirchen und deren Nebenräumen zu begraben unddie Stätten mit Grabdenkmälern ’) zu bezeichnen, geht durch dasganze christliche Mittelalter; der hohe Chor blieb indess in der Kegelvon Gräbern frei, und nur die Stifter der Kirchen wurden hier beige-setzt. Während das Mittelschilf gewöhnlich der höheren GeistlichkeitVorbehalten war, wurden die niederen Geistlichen und vornehme Laien,diese meist wohl nur in Folge von Stiftungen oder gegen sonstigeBezahlung, in den Seitenschiffen und Kreuzgängen begraben; dieWürdenträger der Klöster nicht selten im Capitelsaal. 1 2 ) — Die Grab-

1) Sammlungen mittelalterl. Grabdenkmäler in künstlerischen Abbild. : Dorst,J. G. Leon., Grabdenkmäler. (1S42.). 1846. — Schmidt, Ohr. AV., Grabdenkmälerdes Hauses Nassau-Saarbrücken zu St. Arnual. 1846. — Eine sehr reichhaltige chro-nolog. Ueber.sicht von Grabmälern im Conversat.-Lex. für bild. Kunst. YII. S. 364—440 und die betr. Literatur ebend. S. 440 ff.

2) Die » Consmtudines« der bischöflichen Kirche zu Merseburg aus der Zeit um1323 besagen: »Nullus nisi episcojnts aut pi'epositus in navi JEcclesie , Canonicus inlateribus in ecclesia , et vicarius et alia membra in ainbitu, layci foris sanctum michae-lem , nisi essent insignes , in ambitu {d. h. in dem sog. kleinen Kreuzgange bei derMichaeliskapelle) sepelientnr et non in ecclesia .« Vgl. N. Mittheil, des Thüring.-Sachs.Vereins 2, 232. — Anderwärts galten andere Gebräuche: so befinden sich z. B. dieGräber der Bischöfe von Freising fast alle in den Seitenschiffen.