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1 (1868)
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Büchereinbünde.

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und diplycha ecclcsiastica, kirchliche Namenverzeichnisse und mit bibli-schen Gegenständen geschmückt) *) , zwischen welche man beschriebenePergamentblätter legte, da beide Gattungen der Diptycha nur als Deckelkirchlicher Handschriften auf uns gekommen sind, und bis ins XIII. Jahrh.vorzugsweise Elfenbeintafeln zu Prachtbuchdeckeln verwendet wurden.Die Buchdeckel selbst bestehen aus Holz, worauf man die Elfenbeintafelnfestnietete. Gewöhnlich jedoch bilden letztere nur den mittleren Theil derDeckel, und die Ränder, als Umrahmung des meist etwa 7 Z. hohen und5 Z. breiten Elfenbeinreliefs, sind mit Gold- oder Silberblech überzogen,in welches Edelsteine und Perlen gefasst, und das mit getriebenen, email-lirten und gravirten Darstellungen verziert wurde. Anderweitig sind dieDeckel auch ganz mit Metallblechen überzogen. Beide Deckel einesBuches haben übrigens niemals denselben Schmuck: der vordere Deckel(latus frontale) ist gewöhnlich am reichsten ausgestattet, der hintere oftganz schmucklos, wie der Rücken mit Seidenzeug überzogen und höch-stens zur Vermeidung des Abscheuerns an den Ecken beschlagen. Ausser-dem legte man beim Gebrauche der Bücher Polster Icussini) unter oderschlug sie in saubere Tücher (panni linei. camisiae) ein. Auch hatte mankostbar geschmückte Kästen Icapsae) in Buchform, in welchen die Codicesaufbewahrt und auf den Altären ausgestellt wurden. Zuweilen begnügteman sich indess mit der Ausstellung der leeren Capsae. Als nach Erfin-dung der Buchdruckerkunst und durch die Anwendung von Papier stattdes Pergaments die Bücher häufiger und wohlfeiler wurden, überzog mandie Holzdeckel der Prachtbände mit gewebten und gestickten Seiden-stoffen , besclilug die Ecken mit Metall, die Mitte oft mit einer Metall-vignette und fügte metallene Clausuren hinzu. Einbände in gepresstemLeder und vergoldete Schnitte gehören erst dem XVI. Jahrh. an.

Unter den in deutschen Bibliotheken noch ziemlich häufig vorkom-menden Evangelien - und Messbüchern in mittelalterlichen Prachtbändenfinden sich manche, deren Einband ganz oder tlieilweise (besonders inder Metallumrahmung des mittleren Elfenbeins) jünger ist als der Codexselbst, seltener andere, deren Elfenbeindeckel älter sind als das Buch,zu dem sie gegenwärtig gehören.

Von ornamentirten Einbänden machen wir namhaft: Diptycha con-sularia als Deckel von Evangeliarien zu Lüttich in St. Martin und imDom 2 3 * * * * ), desgleichen an einem Chorbuche aus dem XII. Jahrh. im Zitherdes Doms zu Halberstadt. 8 ) Der Eorm, Grösse und Arbeit dieser an-tiken Diptychen schliessen sich an die vier Elfenbeindeckel der beidenGebetbücher K. Heinrich’s II. und seiner Gemahlin Kunigunde in der k.Bibliothek zu Bamberg (No. 104!)j ; sie sind 1 1'/ s Z. hoch und 1'/» Z.

1) Ueber die Diptycha: Müller, C. O., Ilandb. der Archäologie der Kunst§ 312 n. 3. — Vgl. Augusti a. a. O. S. 302 ft - .

2) Abbild, bei Salig, de diptychis veterum (Ilalae) 1731, Titelkupfer.

3) Abbild, bei Augustin, Chr. 1\ Bernh., das Diptychon eonsulare in dei

Domk. zu Halberstadt, in den N. Mittheil, des thüring.-sftehs. Vereins VII. 2, (ill.

Die mit Consularbildern geschmückten Tafeln sind oben und unten verkürzt, um sie

dem kleineren Format des Buches anzupassen; die Höhe beträgt jetzt l()'/ 2 Z. , die

Breite 5 1 /, Z. — Vgl. Kugler, Kl. Schriften I, 135.

II *