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1 (1868)
Entstehung
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Kronleuchter.

und deshalb die Habsucht nicht eben reizen konnten; es kann daher nurveränderte Geschmacksrichtung zur Verwerfung und Einschmelzung der alsunbrauchbar beseitigten älteren Inventarienstücke dieser Gattung geführthaben, wenn man nicht annehmen will, dass etwa ausser Bronze, Messingund Eisen schon frühzeitig das vergängliche Holz zu Lichtgestellen ver-wendet worden sei. Romanische Krön- oder Rad 1 euchter ( coronae,rotae ), von welchen Frankreich kein einziges Exemplar mehr aufzuweisenhat, sind in Deutschland bis jetzt vier nachgewiesen : zwei im Dom zu

Fig. -1^. Kronleuchter im Dom zu Hildesheim.

Hildesheim, ein grösserer, etwa 00 F. im Umfange, zu 72 Kerzen, undein um die Hälfte kleinerer ‘), zu 36 Kerzen,, beide aus der Zeit BischofAcelins (1044—1054) und mehrfach restaurirt, der (in Folge eines imJ. 1848 erlittenen Unfalls schön hergestellte) Leuchter in der Kloster-kirche zu Comburg aus der Mitte des XII. Jahrh. und der im Münster zuAachen 1 2 ;, ein Geschenk K. Friedrichs Barbarossa, von 13 F. Durch-messer zu 48 Lichten. Diese Kronen (wie auch eine nicht mehr vorhan-dene im Dom zu Speier vom J. 1038) sind alle aus Eisen, vergoldetemKupferblech und Silber nach wesentlich gleichem Typus gearbeitet undversinnbildlichen nach den auf ihnen befindlichen ausführlichen hexametri-schen Inschriften das himmlische Jerusalem, das droben ist (Gal. 4, 26),auf Grund der in der Apokalypse (21, 10—25) davon gegebenen Be-schreibung. Der in Hildesheim und Comburg einfach runde, in Aachen

1) Abbild, bei Kratz, J. Mich., der Dom zu Hildesheim Thl. 2 Taf. 8 Fig. 2,wonach der obige Holzschnitt.

2) Abbild, bei Cahier u. Martin a. a. O. und bei aus’m Weerth, Denkm.I. Abth. Bd. II. Taf. XXXV zu S. 98 ff. ; Details auch bei Schnaase, Gesch. derbild. Künste 5, 788.