II. Therapie.
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bestätigt werden. In allen anderen Abtheilungen der Heilkundehat man begriffen, daß Hygiene wichtiger ist als Therapie unddaß die öffentliche Gesundheit mehr von Vorbeugung als vonBehandlung zu erwarten hat. Nur der Psychiater denkt beiuns noch nicht an die Hygiene des Geistes. Es ist Zeit, daßer seinen Beruf auch nach dieser Richtung hin übe. EinMaudslcy in England, ein Charcot, ein Magnan in Frank-reich, ein Lombroso, ein Tonnini in Italien haben weitenVolkskreisen Vcrständniß für die dunkeln Erscheinungen desGeisteslebens beigebracht und Kenntnisse verbreitet, die es injenen Ländern unmöglich machen würden, daß ausgesprocheneVerfolgungswahnsinnige Einfluß auf Huuderttausende stimm-berechtigter Bürger gewinnen, wenn sie auch noch nicht ver-hindern konnten, daß die Kunst der Entarteten in Mode komme.Blos in Deutschland hat bis seht kein namhafter Psychiaterdieses Beispiel befolgt. Hier ist Versäumtes nachzuholen.Dolksthümliche Darstellungen aus der Feder von Fachmännern,die sich dem Leser durch angesehene Amts-Stellung empfehlen,würden viele Geistesgesunde davon abhalten, sich den Entartungs-Richtungen anzuschließen.
Das ist die Behandlung der Zeitkrankheit, die ich für-wirksam halte: Kennzeichnung der führenden Entarteten undHysteriker als Kranke, Entlarvung und Brandmarkung derNachäffer als Gesellschaftsfeinde, Warnung des Publikums vorden Lügen dieser Schmarotzer.
Wir besonders, die es uns zur Lebensaufgabe gemachthaben, alten Aberglauben zu bekämpfen, Aufklärung zu ver-breiten, geschichtliche Ruinen vollends niederzureißen und ihrenSchutt wegzuräumen, die Freiheit des Individuums gegen denDruck des Staates und der gedankenlosen Philister-Routine zuvertheidigen, wir müssen uns entschlossen dagegen wehren, daßelende Streber sich unserer theuersten Losungsworte bemächtigen,um mit ihnen Bauernfängerei zu treiben. Die „Freiheit" und