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2 (1893)
Entstehung
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Das zwanzigste Jahrhundert.

Ausdruck ihrer eigenen geistigen Verdrehtheit und der Perversionihrer eigenen Triebe, die Halbnarren gerathen beim Lesen oder Be-trachten dieser Werke in eine Erregung, die sie sür eine ästhetischehalten, während sie thatsächlich eine wollüstige ist, und dieseEmpfindung ist eine so echte und unmittelbare, sie find ihrer sosicher, daß sie sich nur ärgern oder Mitleid empfinden können,wenn man ihnen klar machen will, daß die Werke keinen Genußbieten, sondern Ekel und Verachtung Hervorrufen. Es ist mög-lich, einem Gewohnheitstrinker zu beweisen, daß Absinth schäd-lich ist, aber es ist schlechterdings unmöglich, ihn zu überzeugen,daß er schlecht schmeckt. Ihm schmeckt er nämlich wirklich ver-führerisch schön. Der irrenheilkundige Kritiker hat gut demGestörten versichern:Dieses Buch, dieses Bild sind abscheulicheDelirien," der Gestörte wird in gutem Glauben antworten:Delirien? Das mag sein. Aber abscheulich? Das lasse ichmir nicht weismachen. Ich weiß das besser. Sie erregen michtief und wonnig und nichts, was Sie sagen, kann machen, daßsie dies nicht thun!" Die heftiger Zerrütteten gehen noch weiterund sagen einfach:Wir fühlen in allen Nerven die Schön-heit dieser Werke; Sie fühlen sie nicht; umso schlimmer fürSie. Statt einznschen, daß Sie ein verständnißloser Barbarund stumpfsinniger Philister sind, wollen Sie uns unsere ge-wissesten Empfindungen abstreiten. Der Einzige, der hier delirirt,sind Sie."

Die Sittengeschichte lehrt zum Ueberdruß, daß Verrücktheitenlodernde Begeisterung erwecken und auf Jahrhunderte oderJahrtausende eine unüberwindliche Herrschaft über das Denkenund Fühlen von Millionen erlangen, weil sie einem bestehendenTriebe eine wenn auch ungesunde Befriedigung gewähren.Gegen das, was dem Menschen Lustgefühle gibt, kommen dieEinwendungen des Verstandes nicht auf.

Diejenigen Entarteten, bei denen die geistige Zerrüttungeine zu tiefe ist, müssen ihrem unerbittlichen Schicksal über-