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2 (1893)
Entstehung
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Das zwanzigste Jahrhundert.

kunst- und literatur-fähig gemacht. Sie zeigt den Arbeiternicht als rohe oder lächerliche Gestalt, nicht zur Erzielung einer-komischen oder abstoßenden Wirkung, sondern als ernstes, unsererTheilnahme würdiges, häufig tragisches Wesen. Das ist eine Be-reicherung der Kunst, ganz so wie es früher die Einbeziehungder Spitzbuben und Abenteurer, einer Clariffa, eines TomJones, einer Julie (Neue Heloise"), des Werther, der Con-stance (Natürlicher Sohn") u. s. w. in den Kreis ihrer Dar-stellungen war. Freilich, wenn manche Wirrköpfe daraufhinausrufen:Die Kunst von morgen wird sozialistisch sein!" soreden sie einen bodenlosen Unsinn. Der Sozialismus ist eineAnschauung von den Gesetzen, welche die Erzeugung und Ver-theilung der Güter bestimmen sollten. Damit hat die Kunstnichts zu schaffen. Sie kann nicht Parteipolitik treiben. Es istauch nicht ihres Amtes, Lösungen wirthschaftlicher Fragen zufinden und vorzuschlagen. Ihre Aufgabe ist, die ewig mensch-lichen Ursachen der sozialistischen Bewegung, das Leiden armerMenschen, ihre Sehnsucht nach Glück, ihren Kampf gegen feind-liche Gewalten in der Natur und im Gefüge der Gesellschaft,ihren gewaltigen Auftrieb aus der Tiefe in einen höherngeistigen und sittlichen Luftkreis, darzustellen. Wenn sie dieseAufgabe erfüllt, wenn sie den Proletarier zeigt, wie er lebtund leidet, wie er fühlt und strebt, so erweckt sie in uns eineEmotion, welche die Mutter von Plänen zur Aenderung, zurUmgestaltung und Besserung wird. Dadurch, daß die Kunstsolche fruchtbare Emotionen und durch diese die Absicht derHeilung von Schäden anregt, arbeitet sie am Fortschritt mit,nicht aber durch sozialistische Deklamation und vielleicht nochweniger durch Ausmalung von Bildern des Staats und derGesellschaft der Zukunft. Bellamys MachwerkDooleing- Imolc-rvurä« steht außerhalb der Kunst, und Bücher dieses Schlagswird das 20. Jahrhundert sicherlich nicht bevorzugen. DieProletarier-Verherrlichung eines Henckell, der vor dem vierten