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Der Realismus.
einem Habicht, der nur als „ein schwarzer Punkt" sichtbar ist,kann man unmöglich „gespreizte Schwingen" unterscheiden. DieBeschreibung eines Gesichtes: „Zwei volle frische Lippen, keusch (!!)hellroth, ein zierliches Naschen, unmerklich aufgeworfen, abermit schmaler, gerader Linie von der Stirn ans." Der Leserversuche es, sich dieses „unmerklich aufgeworfene Naschen" mitder „schmalen, geraden Linie" vorzustellen! „Die Maschinedes Schnellzugs keuchte durch die gleichförmige Ebene, die wieeine brennende Wüste sich ringsum dehnte. Links und rechtslange Getreidefelder, fruchttragende Aecker und grüne Wiesen."Getreide, Aecker, Wiesen und doch „brennende" (?) „Wüste"?„Die halbgeschlossenen Augen mit den weißen Flimmerhäutchenblicken ihn so stier an." Es handelt sich nicht etwa um Vogel-augen, deren Nickhaut Tovote aus Unwissenheit mit einemfalschen Ausdrucke bezeichnet, sondern um Menscheuaugen, andenen er dieses unbegreifliche „Flimmerhäutchen" entdeckt zuhaben vorgibt.
Was aus dem Impressionismus und dem Beschreibungs-Tic des Naturalismus unter den Fäusten Tovotes geworden ist,haben wir gesehen. Ich will nun zeigen, wie dieser „Realist"die Wirklichkeit zu beobachten und wiederzugeben weiß, imKleinsten wie im Größten. Herbert führt Lucie am erstenAbend ihrer Bekanntschaft in ein Gasthaus und bestellt unterAnderm eine Flasche Burgunder. „Der Kellner . . . stelltein schwungvollem Bogen die dickbauchige Flasche auf den Tisch."Burgunder in „dickbauchigen" Flaschen! Sie essen Suppe, diein „silbernen Bechern (!!)" aufgetragen wird, Schoten undKapaun, deren Vorzüglichkeit den Gegenstand des unglaublichenTischgesprächs bildet, und nachdem dieses Abendessen verzehrtworden ist und Lucie sich auch schon eine Zigarette angezündethat, verlangt sie Austern, die sie denn auch erhält und ißt,indem sie sie „kunstgerecht servirt". Ich mache sicherlich Nie-mand einen Vorwurf daraus, daß er nicht weiß, wie eine