Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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II. Diejungdeiitschen" Nachiiffer.

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bereits eine unheimlich große Zahl beim widerstrebenden Publikumanzubringen gesucht hat, nicht einen neuen, nicht einen persön-lichen Gedanken, nicht eine wirkliche Spiegelung der Gegenwart;sie sind ein Haufe formlosen, verschimmelten Zeuges, in welchemman, besudelt und verdorben, die ausgekehrten Abfälle allerLiteraturen der beiden letzten Menschenalter erkennen kann.

Aber wenn Bleibtreu als Schriftsteller überhaupt nichtvorhanden ist, so wäre es doch ungerecht, seine große Geschick-lichkeit als Macher zu verkennen. In dieser Hinsicht istRe-volution in der Literatur" eine mustergiltige Leistung. Mitvollendeter Schlauheit mischte er unter die bewährten Schrift-steller, die er zu Wurstfleisch verhackte, einige seichte Mode-größen, die mit gewaltigen Gladiator-Geberden zu bekämpfenzwar etwas einfältig ist, die aber Niemand gegen lächelndeGeringschätzung in Schutz genommen hätte, und die Anwesen-heit dieser unberechtigten Einschleicher in der Gruppe, die eraus der Literatur auszurotten unternahm, konnte seiner Schild-erhebung in den Augen flüchtiger Leser einen Schein von Be-rechtigung geben. Nicht weniger klug waren die Leute gewählt,die er den Lesern als die neuen Genies vorstellte. Mit Aus-nahme von zwei oder drei anständigen Mittelmäßigkeiten, fürdie im Schriftthum eines großen Volks immer ein bescheidenesPlätzchen vorhanden ist, waren es vollständige Nullen, vondenen selbst er niemals einen gefährlichen Wettbewerb zu be-sorgen hatte. Das größte unter seinen Genies ist z. B. Mai-Kretzer, ein Mann, der im Deutsch eines Kamerun-Negers an-geblicheBerliner" Romane schreibt, von denen der meist-genannte,Die Verkommenen", so sehrBerlinisch" ist, daßer einfach die Geschichte der Witwe Gras und des ArbeitersGaudry breitschlägt, die sich 187? in Paris ereignet hat. DieseBegebenheit, berühmt als das erste Cocotten-Abenteuer, inwelchem Schwefelsäure eine Rolle spielte, konnte sich nur inParis, nur unter den Bedingungen des Pariser Lebens ent-