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Der Realismus.
veröffentlichte, an welcher das Eigenartigste ein knallrother Um-schlag mit ausgemalten schwarzen Blitz-Zacken war und die denpaukenschlagenden Titel „Revolution in der Literatur" trug.Bleibtreu machte in dieser Reklameschrist ohne eine Spur vonGeist, ohne den leisesten Versuch einer Begründung, aber miteiserner Stirne eine Reihe geachteter und erfolgreicher Schrift-steller schlecht, schwor große Eide, daß sie todt und begrabenseien, und verkündete den Anbruch einer neuen Literatur-Epoche,die bereits eine Anzahl Genies zählte, an deren Spitze er selbststand. Ueber Karl Bleibtreu als Schriftsteller ist nicht vielzu sagen. Er hat sich auf allen Gebieten versucht und es istihm aus allen Gebieten Nichts gelungen. Als Lyriker kenn-zeichne ihn diese erste Strophe seines Gedichtes „Ahasver", dasHofmann von Hofmannswaldau an einem seiner schlechtestenTage geschrieben haben könnte:
„Die Sonne sinkt. Du brennendes Orakel,
Du Nimbus der Natur, Planeten-Pol!
Du Kerze aus der Schöpfung Tabernakel,
Des Genius Symbol!"
Als Dramatiker hat er sich an Napoleons Gestalt ver-sündigt und verschiedene Sommertheater-Schauerstücke zusammen-gefädelt, gegen die gehalten die Dramen der verspotteten undverschollenen Birch-Pfeiffer hohe Meisterwerke sind. In seinenNovellen hat er zuerst Björnson kindlich parodistisch nachgeahmt,dann durch Unzucht etwas Aufmerksamkeit zu erwecken gesucht.Am wenigsten unbekannt sind einige schwülstige, an den Stilschöngeistiger Schustergesellen erinnernde Umschreibungen vonStücken des großen Generalstabswerks über den 1870er Krieggeblieben, die auf die immer rege Theilnahme der Leser fürSchlachtenbilder aus der großen Zeit berechnet waren. In un-leserlichen Romanen hat er anständige Privatpersonen ver-leumdet und beleidigt und sich dafür eine Verurtheilung zu-gezogen. Alles in Allem enthalten seine Bücher, deren er