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Der Realismus.
treten. Beispiele dieser Art von Schildernngskunst sind alle gutenReisebeschreibungen, von Humboldts aux reZiouZ e^ui-
uoxiulos ein nouveau ooutiueut" bis zu Nachtigals „Saharaund Sudan", Schweinfurths „Im Herzen Afrikas" oder de Amicis'Büchern über Konstantinopel, Marokko u. s. w. Mit der Dicht-kunst hat aber diese Gattung nichts gemein. Die Dichtung hatimmer den Menschen, sein Denken und Fühlen zum Gegen-stände, auch die Thierfabel, auch die Parabel, die Allegorie,das Märchen, alle die Zwitterformen, in welchen der menschlicheInhalt aller Dichtung verkleidet auftritt, als ein auf Thiereund selbst todte Gegenstände angewandter Anthropomorphismus.Das Sachliche, Schauplatz und Umgebung, haben für dieDichtung nur insofern Bedeutung, als sie sich auf den oderdie Menschen beziehen, von denen die Dichtung handelt. DerDichter kann nur entweder als Zuschauer gedacht werden, dervor seinen Augen sich abspielende menschliche Erlebnisse erzählt,oder als Teilnehmer an diesen Erlebnissen, der sie also ausdem Bewußtsein einer der handelnden Personen heraus mitansieht und mitfühlt. In beiden Fällen kann er naturgemäßvom Sachlichen nur das wahrnehmen, was im Erlebnisse selbsteine Nolle spielt. Ist er Zuschauer, so wird er sein Auge sichernicht gleichgiltig im Gesichtskreise umherschweifen lassen, sondernbei dem Schauspiele verweilen, das seine Aufmerksamkeit fesseltund für das er unsere Theilnahme zu erwecken sucht. Steckter sogar in der Haut eines Bctheiligten, so wird er nochviel vollständiger von dem menschlichen Vorgang in Anspruchgenommen, an welchem er selbst mitwirkt, und noch vielweniger Neigung übrig behalten, müßig zu gleichgiltigen An-blicken abzuschweifen, die nichts mit seinem gegebenen Seelen-zustande zu thun haben und ihn von dem Thun und Fühlenablenken, in dem er eben begriffen ist. In einer menschlichwahren Dichtung wird also vom Sachlichen immer nur dasgeschildert werden, was ein gespannter Zuschauer des eigentlichen