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2 (1893)
Entstehung
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Der Realismus.

mus" undIdealismus" nicht finden. Wir wollen nun sehen,was Zolas Anhänger für seine Eigenthümlichkeit ausgeben, woriner selbst ein Vorbild und Bahnbrecher zu sein behauptet undwie er den Anspruch begründet, einen ganz neuen Abschnitt inder Geschichte des Schriftthums zu verkörpern.

Die Jünger Zolas rühmen seine Beschreibungskunst undseinenImpressionismus". Ich mache zwischen beiden einengroßen Unterschied. Die Beschreibung sucht die kennzeichnendenZüge der Erscheinung mit allen Sinnen zugleich zu erfassenund in Worten wiederzugeben, der Impressionismus zeigt denBewußtseiuszustand eines Wesens, das von den Dingen blos imBereiche eines einzigen Sinnes Eindrücke empfangen, sie blossehen, blos hören, blos riechen würde u. s. w. Die Be-schreibung ist die Arbeit eines Gehirns, welches die wahr-genommenen Dinge in ihrem Zusammenhang und Wesen be-greift, der Impressionismus die Arbeit eines solchen, welchesvon der Erscheinung blos die sinnlichen und zwar die ein-seitig sinnlichen Elemente der Erkenntniß, nicht aber dieErkenntniß selbst erhält. Der Beschreibende erkennt in einemBaum einen Baum, mit allen Vorstellungen, die dieser Begriffin sich schließt. Der Impressionist sieht nur eine aus Fleckenverschiedenen Grüns zusammengesetzte Farbenmasse vor sich,auf welche die Sonne da und dort blitzende Lichtpunkte undStreifen setzt. Eine ästhetische und psychologische Verirrungsind in der Dichtkunst sowohl die Beschreibung um ihrer selbstwillen als auch der Impressionismus, wie gleich in möglichsterKürze nachgewiesen werden soll, aber selbst diese Verirrung hatZola nicht erfunden, denn lange vor ihm haben die Romantikerund besonders Thsophile Gautier die breite, unorganisch in dieDichtung eingesprengte Beschreibung gepflegt und im Im-pressionismus haben die Brüder Goncourt Zola die Wege ge-wiesen.

Die rein sachliche Schilderung der Gegenstände ist Wissen-