I. Zola und die Zolaschulen.
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sondern wie er sie gesehen hat; es wird also wieder nur einZeugniß seiner Emotion, nicht der -Abklatsch einer Erscheinungsein. Ganz in der Weise der Dunkelkammer und lichtempfind-lichen Platte arbeiten könnte nur ein völlig stumpfer Hand-werker, der angesichts der Welterscheinung gar nichts empfindenwürde, kein Wohlgefallen, keine Abneigung, kein Verlangenirgendwelcher Art. Es ist aber nicht wahrscheinlich, daß einso verkümmertes Wesen jemals die Neigung gehabt haben wird,Künstler zu werden, und daß es sich auch nur einigermaßendie zum Künstlerberuf nöthige technische Geschicklichkeit wirdhaben aneignen können.
Und wenn schon den bildenden Künsten durch ihre Naturselbst der wirkliche Realismus, die völlig sachliche Nach-ahmung der Erscheinung, verwehrt ist, um wie viel mehr derDichtkunst! Der Maler kann schließlich, wenn er sich undseine Kunst aufs Tiefste erniedrigen will, die Mitwirkungseiner Persönlichkeit an dem Kunstwerk — richtiger an demWerke, denn von Kunst ist dann nicht mehr die Rede — aufein äußerst geringes, kaum mehr wahrnehmbares Maß ein-schränken, sich zu einer bloßen Dunkelkammer machen, seineGesichtseindrücke möglichst mechanisch aus seine Bewegungs-organe übertragen und sich bemühen, bei dieser Arbeit nichtszu denken und zu fühlen. Sein Bild ist ihm von der Naturselbst gegeben: es ist sein optischer Gesichtskreis. Wenn eralso gar keine Wahl üben, gar nichts Eigenes ausdrücken, garnicht komponiren will, so bleibt ihm immer noch die Möglich-keit, die Erscheinungen abzuschreiben, welche von der Grenz-linie seines Sehfeldes eingeschlossen werden. Sein sogenanntesBild ist dann allerdings ein ausdrucksloses Stück Welt, inwelchem die Persönlichkeit des Künstlers nur noch durch denRahmen vertreten ist, der es abschneidet, nicht weil die Welt-erscheinung da wirklich ein Ende hat, sondern weil das Augedes Malers gerade nur so viel und nicht mehr von ihr um-