Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
347
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V. Friedrich Nietzsche.

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Durst litt, wollte nur nicht mit schmutzigen Kameeltreibern umdie Zisterne sitzen."

Sein Größenwahn tritt nur ausnahmsweise als zwar un-geheuerliche, doch noch klar denkbare Selbstüberhebung auf; inder Regel zeigt er eine starke, ja vorherrschende Beimischungvon Mystik und Uebernatürlichkeit. Blos Selbstüberhebung istes, wenn er sagt:Was meinen ,Zarathustra^ anbetrifft, so lasseich Niemand als dessen Kenner gelten, den nicht jedes seinerWorte irgendwann einmal tief verwundet und irgendwann ein-mal tief entzückt hat: erst dann nämlich darf er des Vorrechtsgenießen, an dem halkyonischen Element, aus dem jenes Werkgeboren ist, an seiner sonnigen Helle, Ferne, Weite und Gewiß-heit ehrfürchtig Antheil zu haben." Oder wenn er, nachdemer Bismarck kritisirt und verkleinert hat, mit durchsichtiger An-spielung auf sich selbst ruft:Ich aber, in meinem Glück undJenseits, erwog, wie bald über den Starken ein Stärkerer Herrwerden wird." Dagegen tritt die verborgene mystische Grund-vorstellung seines Größenwahns in dieser Stelle bereits deutlichhervor:Aber irgendwann . . . muß er uns doch kommen,der erlösende Mensch der großen Liebe und Verachtung, derschöpferische Geist, den seine drängende Kraft aus allem Ab-seits und Jenseits immer wieder wegtreibt, dessen Einsamkeitvom Volke mißverstanden wird, wie als ob sie eine Flucht vorder Wirklichkeit sei: während sie nur seine Versenkung,Vergrabung, Vertiefung" (drei Synonyme für einen Begriff!)in die Wirklichkeit ist, damit er einst aus ihr, wenn er wiederans Licht kommt, die Erlösung dieser Wirklichkeit heimbringe."

Durch die Ausdrückeerlösender Mensch" undErlösung"verräth er die Natur seines Größenwahns. Er bildet sich ein,ein neuer Heiland zu sein, und äfft das Evangelium in der Formund dem Inhalte nach.Also sprach Zarathustra" ist ganzvon den heiligen Schriften der morgenländischen Völker abge-klatscht. Das Buch befleißigt sich einer äußerlichen Aehnlich-