V. Friedrich Nietzsche.
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süchtige Form derselben Geistesstörung ist, deren melancholischeForm der Zweifel- und Verneinungs-Wahnsinn ist, von demin den früheren Kapiteln die Rede war. Seine „tolis liesnöAntions" verräth sich auch in seinen sprachlichen Eigen-thümlichkeiten. Er hat im Bewußtsein immer einen Frage-drang, gleichsam ein Fragezeichen. Er liebt kein Wort so sehrwie das Fragewort „wie?" das er fortwährend im wunderlichstenZusammenhang gebraucht^, und bedient sich bis zum Ueber-druß der Wendung, daß man zu Dem und Jenem „Nein sage",daß Der und Jener „ein Neinsager" sei, eine Wendung, dieihm durch Jdeen-Assoziation die entgegengesetzte Wendung „Jasagen" und „Jasager" zu eben so maßlos häufigem Gebrauchenahelegt. Dieses „Nein sagen" und „Ja sagen" ist bei ihm
>) „Mit welchem Zauber faßt sie mich an! Wie? Hat alle Ruheder Welt sich hier eingeschifft?" „Was braucht der Begeisterte denWein! — Wie? Man schenkt dem Maulwurf Flügel und stolzeEinbildungen?" „Insofern er diese andere Welt bejaht, wie? mußer nicht damit ihr Gegenstück, diese Welt, verneinen?" „Um Gottherum wird Alles — wie? vielleicht zur Welt?" „Ein Pessimist, . ..der zur Moral Ja sagt . . . zur laocls-vamiusm-Moral: wie? ist daseigentlich ein — Pessimist?" „Furcht und Mitleiden: mit diesen Ge-fühlen stand bisher der Mann vor dem Weibe —. Wie? Und ba-nnt soll es nun zu Ende sein?" Ich will es an diesen Beispielengenug sein lassen, bemerke aber ein für allemale, daß ich alle Proben,die ich zur Beleuchtung des Geisteszustandes Nietzsches anführe, leichtverhundertfachen könnte, da die kennzeichnenden EigenthümlichkeitenHundertemale bei ihm wiederkehren. Dieses lebendigen Fragezeichens,das als Zwangsvorstellung in seinem Geiste immer anwesend ist, wirder sich einmal als eines solchen geradezu sinnlich bewußt. Er nennt(Also spr. Zar. 3. Th. S. 58) die Herrschsucht „das blitzende Frage-zeichen neben vorzeitigen Antworten." Das hat in diesem Zusammen-hänge schlechterdings keinen Sinn, es wird aber sofort verständlich,wenn man sich erinnert, daß Irre plötzlich die Vorstellungen, die inihrem Bewußtsein auftauchen, auszusprechen pflegen. Nietzsche sahoffenbar „das blitzende Fragezeichen" in seinem Geiste und sprachplötzlich und unvermittelt davon.