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Die Jch-Sucht.
einem jähen Bruch. Mangel („Die Frau vom Meer") hatEllida gleichfalls aus Neigung heimgesührt. Sie stellt es aus-drücklich fest (S. 75): „Du hattest mich nur gesehen und einpaarmal mit mir gesprochen. Dann begann ich dir zu ge-fallen und da. . ." Und da fühlt sie sich ihm fremd und willvon ihm gehen. Also: Frau Alving, Ellida Mangel, HeddaGabler, Frau Elvsted heiraten aus Eigennutz und büßen darüberihr Lebensglück ein. Nora heiratet aus Liebe und wird tiefunglücklich. Konsul Bernick heiratet ein Mädchen, weil esreich ist, und bezahlt diese Schuld mit sittlichem Untergang.Or. Mangel heiratet ein Mädchen, weil es ihm gefällt, undzum Lohne dafür will sie fein Heim und ihn verlassen. Wassoll man daraus schließen? Daß die Vernunftheirat schlecht istund die Liebesheirat nicht besser? Daß die Ehe überhauptnichts taugt und abgeschafft werden sollte? Das wäre wenigstenseine Folgerung und Lösung. Es ist nicht die, zu der Ibsengelangt. Die Neigung allein thut es nicht, selbst wenn sie, wieim Falle Noras, gegenseitig ist. Noch etwas Anderes ist noth-wendig: der Mann muß der Erzieher seiner Frau werden.Er muß sie geistig fördern. Er muß sie an allen seinen An-gelegenheiten theilnehmen lassen, sie zu seiner gleichberechtigtenGenossin machen, unbedingtes Vertrauen zu ihr haben. Sonstbleibt sie ewig eine Fremde in ihrem Hause. Sonst ist dieEhe keine „wahre Ehe." „Ich habe kein Recht, meinen Mannallein und ganz für mich in Anspruch zu nehmen", bekenntEllida („Frau vom Meer" S. 26), „ich selbst lebe ja auch inetwas, wovon die Anderen ausgeschlossen sind." In demselbenStücke klagt Mangel sich an (S. 69): „Ich hätte ihr ein Vatersein sollen und ein Führer zugleich. Ich hätte mein Bestes thunsollen, ihr Gedankenleben zu entwickeln und zu klären. Aberdaraus ist leider nie etwas geworden.. . Denn am liebsten wollteich sie so, wie sie war." Bernick („Stützen der Gesellschaft",S. 47) rühmt an seiner Frau, daß sie „ganz unbedeutend" ist.