Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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172
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Die Jch-Sucht.

Werkers aus zwei nicht zusammen gehörenden Hälften zusammen-geleimt wurden.

Nach der Lebenswahrheit Ibsens seine Wissenschaftlichkeit.Diese erinnert an die Gesittung der Liberia-Neger. Die Ver-fassung und Gesetze dieses westafrikanischen Freistaates lautenungefähr so wie die der Vereinigten Staaten von Nordamerikaund sehen sich geschrieben sehr achtunggebietend an. Wennman aber in Liberia lebt, so erkennt man bald, daß die schwarzenRepublikaner Wilde sind, die von den dem Namen nach beiihnen bestehenden Staatseinrichtungen, ihrer theoretischen Rechts-ordnung u. s. w. keine Ahnung haben. Ibsen gibt sich gernden Anschein, aus dem Boden der Naturforschung zu stehenund ihre letzten Ergebnisse zu verwerthen. Man führt inseinen Schauspielen Darwin an. Er hat offenbar, wenn auchnur mit zerstreuter Hand, in Büchern über Erblichkeit geblättertund sich aus gewissen Gebieten der Heilkunde Etwas erzählenlassen. Aber die dürftigen, drollig mißverstandenen Schlag-worte, die in seinem Gedächtnisse haften geblieben sind, ver-wendet er wie mein als Beispiel angeführter Liberia-Negerdie ehrbaren Papierkragen und Zylinderhüte Europas: derKundige kann nie seinen Ernst bewahren, wenn Ibsen seinenaturwissenschaftlichen und ärztlichen Kenntnisse auskramt.

Die Erblichkeit ist sein Steckenpferd, das er in jedemseiner Stücke vorreitet. Es gibt keinen Zug an seinen Ge-stalten, keine Eigentümlichkeit des Charakters, keine Krankheit,die er nicht auf Vererbung zurückführt. InNora" mußvr. Rank (S. 50) an seinemarmen unschuldigen Rückgratfür seines Vaters lustige Lieutenantstage büßen." Helmersetzt Nora auseinander (S. 37), daßein Dunstkreis vonLüge Krankheitsstoff in eine ganze Familie bringt. JederAthemzug, den die Kinder thun, birgt den Keim zu etwasBösem. . . Fast alle früh verdorbenen Menschen habenlügenhafte Mütter gehabt... Am häufigsten kommt es von