IV. Der Jbsenismus.
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Frau Alving kein Geld haben, es wieder aufbauen zu lassen,das Gebäude durfte nicht versichert sein und das Unterlassender Versicherung glaubte Ibsen begründen zu müssen. EinDichter, der eine Feuersbrunst als Symbol und gleichsam alshandelnde Person in sein Werk einführt — denn sie hat diedramatische Ausgabe, die Lüge von der Wohlthätigkeit des ver-storbenen Sünders Alving zu vernichten —>, sollte auch denMuth haben, das Unterbleiben einer Feuerversicherung, undwenn es noch so ausfallend ist, unerklärt zu lassen. OswaldAlving erzählt („Gespenster" S. 75) seiner Mutter, ein PariserArzt, von dem er sich ^untersuchen gelassen, habe ihm gesagt,er habe „eine Art Weichheit im Gehirn." Ich frage alle Aerztebeider Welten, ob sie jemals einem Kranken ins Gesicht ge-sagt haben: „Sie sind gehirnerweicht." Den Angehörigen sagtman es vielleicht, dem Kranken nie. Vor Allem schon darumnicht, weil er, wenn die Diagnose richtig ist, die Bemerkungdoch nicht verstehen würde und sicher nicht mehr allein zumArzte kommen könnte. Auch aus einem andern Grund ist dasWort unmöglich. Die Krankheit, um die es sich bei Oswaldallenfalls handeln kann, ist nämlich keine Erweichung, sonderneine Verhärtung, eine Verhornung des Gehirns, eine Sklerose.
In „Nora" sagt Helmer, ein zwar als etwas sinnlich ge-schilderter Mensch, doch eine prosaische, hausbackene, praktischeDurchschnitts-Natur, zu seiner Nora: „Ist das meine Lerche,die da draußen zwitschert? ... Jsts das Eichkätzchen, das da ru-mort? ... Hat mein lockerer Zeisig wieder Geld verschwendet? ...Nun, nun, meine Lerche muß nicht gleich die Flügel hängenlassen... Wie nennt man die Vögel, die immer Alles ver-schwenden? . .. Meine Lerche ist ein allerliebstes Geschöpfchen;aber sie braucht einen sehr großen Haufen Geld. .. Und ichmöchte dich nicht anders wünschen als just wie du bist, meineholde kleine Lerche..." So soll ein Gatte, der Bankdirektorund Rechtsanwalt ist, nach achtjähriger Ehe zu seiner Frau,