Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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151
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III. Decadciiten und Acsthcten.

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dern mit leicht zu erlernender oberflächlicher Handwerksübungdie Anschauungen und Gefühle der Meister in allen Kunst-sorrnen nachfälschen? Dieses Gelichter, das für sich eine obersteStelle auf der Stufenleiter geistigen Ranges und Freiheit vomZwang aller Sittengesetze als sein Hochadelsvorrecht beansprucht,steht sicherlich tiefer als der letzte Kanalräumer. Diese Leutebringen dem Gemeinwesen gar keinen Nutzen und sie schadender wahren Kunst durch ihre Hervorbringungen, deren Mengeund Vordringlichkeit den meisten Menschen den Ausblick aufdie nie sehr zahlreichen echten Kunstwerke der Zeit verbaut. Siesind Schwächlinge des Willens, die zu einer Thätigkeit untaug-lich sind, welche regelmäßige, gleiche Anstrengungen erfordert,oder Opfer der Eitelkeit, die berühmter sein wollen, als manetwa durch Steineklopfen oder Schneidern werden kann. DieUnsicherheit des Verständnisses und Geschmackes der Mehrheitund die Unzuständigkeit der meisten Berufskritiker gestattendiesen Eindringlingen, sich in den Künsten einzunisten und ihrLeben lang da zu schmarotzen. Einen guten Stiefel von einemschlechten unterscheidet der Käufer bald>und der Schustergeselle,der keine Sohle ordentlich sestnähen kann, findet keine Stelle.Daß aber ein Buch oder Gemälde jeder Eigenart bar, gleich-gütig und darum überflüssig ist, erkennt der Philister, auch dermit der kritischen Feder bewaffnete, keineswegs ebenso leicht,und der Erzeuger solchen Häcksels kann ungestört seiner emsigenTagedieberei obliegen. Diese in Baretten und Wämsern einher-stolzirenden Sudler -mit der Feder, dem Pinsel und Modellir-Spatel schwören natürlich auf die Lehre der Aestheten, geberdensich als das Salz der Menschheit und tragen die tiefste Ver-achtung des Philisters zur Schau. Sie gehören aber zu dengesellschaftfeindlichsten Bestandtheilen der Gattung. Ohne Sinnfür deren Aufgaben und Interessen, ohne die Fähigkeit, einenernsten Gedanken, eine fruchtbare That zu begreifen, träumensie nur die Befriedigung ihrer niedrigsten Triebe und schaden