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2 (1893)
Entstehung
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110
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Dic Jch-Sucht.

Betrachtungen des Verfassers in den Gang der Geschichte ge-kannt, aber bei ihnen (vielleicht blos mit Ausnahme vvn JeanPaul) waren diese Einschiebsel dem Gesammt-Kunstwerke dochnoch untergeordnet. Erst Huysmans und seiner Schule war esVorbehalten, sie zur Hauptsache zu machen und den Romanaus einer epischen Prosadichtung in ein Zwitterding von Mon-taigneschen „Essais", Schopenhauerschen „Parerga und Parali-pomena" und Tagebuch-Ergüssen einer höheren Tochter umzu-wandelu.

Barrös macht kein Hehl daraus, daß er in seinen Romanensein eigenes Wesen geschildert hat und daß er sich für einentypischen Vertreter einer Gattung hält. „Diese Bücher sind",sagt er*), „eine Auskunft über einen Typus von jungen Leuten,der bereits häufig ist und, ich fühle es voraus, immer zahl-reicher werden wird unter denen, die heute das Gymnasium be-suchen. Sie werden später ... als Urkunden benutzt werden."

Wie ist dieser Typus beschaffen? Die Antwort sei inBarres' eigenen Worten gegeben. Der Held der Romane ist„ausschließlich Schriftsteller, hochmüthig, »erkünstelt und ent-waffnet" (^LxuuiLn" S. 11); „ein blasser junger Bourgeois,heißhungrig nach allen Genüssen" (S. 26); „angcwidert vonder Berührung der Menschen" (S. 34); er fühlt sich „in einerÜbeln Lage inmitten der Weltordnung" und „schwach angesichtsdes Lebens" (S. 45). Kann mau sich eine vollkommenere Um-schreibung des anpassungsunfähigen, znm Kampf ums Daseinschlecht ausgerüsteten und darum Welt und Menschen hassendenund fürchtenden, dabei aber von krankhaften Begierden erregtenEntarteten denken?

Dieser hinfällige Jammermensch, den die Willensschwächeseines unvollkommenen Gehirns und der beständige Tumultseiner ungesunden Organe nothwendig zu einem Ichsüchtigen

') M. Barrös, ^xaiaso äo trois 1cleolox;iss. Paris, 1892. S. 14.