II. Parnassier und Diciboliker.
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krankten Zentren nicht mit hinreichender Kraft ausgearbeitet, sokann er durch bloße Einbildungsthätigkeit, dichterisch oder künst-lerisch, befriedigt werden.
Natürlich hat man versucht, die Verirrung als etwas Be-rechtigtes und Gewolltes zu vertheidigen und sogar als einegeistige Vornehmheit hinzustellen. So legt Paul Bourgetmit kleinen stilistischen Kniffen, die keinen Zweifel darüber be-stehen lassen, daß er seine eigene Meinung ausdrückt, denDecadenten diese Beweisführung in den Mund: „Wir ergötzenuns an dem, was ihr unsere Stilverderbniß nennt, und wirergötzen mit uns die Verfeinertsten unserer Gattung und unsererZeit. Bleibt zu missen, ob unsere Ausnahme nicht eine Ari-stokratie ist und ob auf ästhetischem Gebiete die Mehrheit derZustimmungen etwas Anderes darstellt als die Mehrheit derUnwissenheiten. . . Es ist ein Selbstbetrug, nicht den Muthseines geistigen Vergnügens zu haben. Gefallen wir unsalso in unseren Wunderlichkeiten des Ideals und der Form,auch wenn wir uns in eine Einsamkeit ohne Besucher solleneinschließen müssen."
Es ist wohl nicht erst nöthig, darauf hinzuweisen, daß sichmit dieser Begründung, in welcher Bourget die ganze wahn-sinnige „Philosophie" Nietzsches vorausuimmt, jedes Verbrechenals eine „aristokratische" That verherrlichen läßt. Der Mörderhat „den Muth seines geistigen Vergnügens", die Mehrheit,die ihm nicht zustimmt, ist eine solche von „Unwissenden", ergefällt sich in seiner „Wunderlichkeit des Ideals" und muß sichdafür allenfalls „in eine Einsamkeit ohne Besucher", einfachergesagt, in ein Zuchthaus, einschließen lassen, wenn ihn nämlichdie „Mehrheit der Unwissenheiten" nicht hängen oder köpfenläßt. Der Decadent Maurice Barres hat denn auch Chambige,
Paul Bourget, Essais >Is ps^eNologis ooutsiuporaius. Paris,1883. S. 28.