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Die Jch-Sucht.
einer Art Musen-Almanach her, den Catulle Mendks 1860unter dem Titel „Do Uurnasse eoutemporuin, Ueeneil ctsvers uouvsuux^ (Der zeitgenössische Parnaß, Sammlung neuerGedichte) herausgab und der Beiträge von ungefähr allen Schrift-stellern enthielt, die zu jener Zeit dichterisch thütig waren.
Mit den meisten Namen dieser zahlreichen Gruppe braucheich mich hier nicht zu beschäftigen, denn ihre Träger sind keineEntartete, sondern brave Dutzendmenschen, die schulgerecht nach-zwitscherten, was Andere ihnen vorsangen. Sie haben keinerleiunmittelbaren Einfluß auf das zeitgenössische Denken geübt undnur mittelbar dazu beigetragen, die Wirkung einiger Führerzu verstärken, indem sie sich in der Haltung von Jüngern umsie schaarten und ihnen dadurch ermöglichten, mit stattlichem Ge-folge aufzntreten, was auf die Gaffer immer Eindruck macht.
Diese Führer allein haben für meine Untersuchungen Be-deutung. An sie denkt man, wenn man von den Parnassiernspricht, und aus ihren Eigenthümlichkeiten hat man die Kunst-theorie abgeleitet, die dem Parnaß untergelegt wird. Am voll-kommensten in Theophile Gautier verkörpert, läßt sie sich inzwei Worte zusammenfassen: Formvollendung und ^impu8-sibilits", Gefühllosigkeit oder Kaltsinn.
Für Gautier und seine Nachbeter ist in der Dichtung dieForm Alles, der Inhalt ohne jede Bedeutung. „Ein Dichter,"sagt e>4), „ist, man mag reden, was man will, ein Arbeiter.Er darf nicht mehr Verstand haben als ein Arbeiter und keinanderes Handwerk können als das seinige, sonst macht er esschlecht; ich finde es höchst vollkommen unsinnig, daß man eineWuth hat, ihn auf einen idealen Sockel zu heben; nichts istweniger ideal als ein Dichter. . . Der Dichter ist ein Tastwerkund sonst nichts. Jeder Gedanke, der vorüberzieht, legt denFinger auf eine Taste, woraus diese ihren Ton von sich gibt —
ff Theophile Gautier, I_iSs grotssciuss. 3i-ms sclitiou. Paris, 1854.