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2 (1893)
Entstehung
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I. Psychologie der Jch-Sucht.

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Loch im Wege nicht vermeiden, wenn ich es nicht bemerke; ichkann den Stoß nicht abmehren, den ich nicht kommen sehe; es

kommen, welche die vorthcilhafte Eigenschaft erben, und durch dasUeberleben der Tüchtigsten und das Verschwinden der minder Taug-lichen wird schließlich die ganze Gattung Besitzerin der vortheilhaftenEigenschaft. Nun leugne ich keineswegs, daß eine zufällige indivi-duelle Abweichung vom Gattungstypus, die sich als Vortheil imKampf ums Dasein erweist, eine Quelle solcher Umgestaltungen seinkann, welche eine bessere Anpassung der Gattung an die gegebenenund nicht zu ändernden Verhältnisse zum Ergebnitz haben. Ich glaubeaber nicht, daß ein solcher Zufall die einzige oder auch nur häufigsteQuelle derartiger Umgestaltungen ist. Ich denke mir den Vorgang derAnpassung ganz anders, nämlich so: das Lebewesen empfängt in irgendeiner Lage Unlustgefühle und will ihnen entgehen, sei es durch Lage-veränderung (Bewegung, Flucht), sei es durch den Versuch einer thä-tigen Einwirkung aus die Ursache jener Unlustgefühle (Angriff, Aende-rung der natürlichen Verhältnisse). Reichen die Organe, die dasLebewesen besitzt, und die Fähigkeiten, welche diese Organe bereitserlangt haben, nicht aus, um die als nothwendig empfundene undgewollte Gegenwirkung auf die Unlustgesühle zu leisten, so ergebensich die schwächlichen Lebewesen in ihr Schicksal und leiden oder gehensogar zu Grunde. Die stärkeren Individuen aber machen fortgesetzte,heftige Anstrengungen, ihre Absicht der Flucht, der Abwehr, des An-griffs, der Ueberwältigung natürlicher Hindernisse zu erreichen, siegeben starke Nerocnimpulse an ihre Organe aus, um deren Leistungs-fähigkeit aufs Aeutzerste zu steigern, und diese Nervenimpulse sind dieunmittelbare Ursache der Veränderungen, welche den Organon neueEigenschaften geben und sie geeigneter machen, das Gedeihen des Lebe-wesens zu fördern. Daß der Ncrvenimpuls eine Steigerung der Blut-zufuhr und bessere Ernährung des betreffenden Organs zur Folge hat,ist eine sichere biologische Thatsachc. Für mich ist also die Anpassungmeistens kein Ergebnitz zufällig erlangter Eigenschaften, sondern eineWillcnshandlung. Ihre Voraussetzung ist deutliche Wahrnehmung undVorstellung der äußeren Ursachen von Unlustgcfühlen und der starkeWunsch, diesen Unlustgefühlen zu entgehen, oder auch das Verlangen,sich Lustgefühle zu verschaffen, also ein organischer Appetit. IhrMechanismus besteht in der Ausarbeitung einer scharfen Vorstellungvon zweckdienlichen Handlungen bestimmter Organe und die Aussen-

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