Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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I. Psychologie der Jch-Sucht.

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seinen Schwestern oder Töchtern in greulicher Vermischunglebt u. s. w., oder er ist Gewohnheits- und Berufs-Verbrecher.Gebildet und wohlhabend oder gar in gebietender Stellungbegeht er die Missethaten, welche den höheren Klassen eigen-tümlich sind und nicht die Befriedigung der Leibesnothdurft,sondern anderer Begehrlichkeiten zum Zwecke haben. Er wirdSalon-Don Juan und trägt unbedenklich Schmach und Ver-wüstung in die Familie seines besten Freundes. Er ist Erb-schleicher, Verräther an denen, die ihm vertrauen, Ränkeschmied,Zwietracht-Säer und Lügner. Er erhebt sich wohl auch biszum reißenden Thier aus dem Throne und zum Welt-Eroberer.Er wird in engen Verhältnissen Karl der Böse Graf vonEvreux und König von Navarra, Gille de Rays, das Urbild desBlaubarts", oder Cäsar Borgia und in weiten Napoleon I.Ist sein Nervensystem nicht stark genug, um gebieterischeZwangs-Antriebe auszuarbeiten, oder sind seine Muskeln zuschwach, um solchen Antrieben zu gehorchen, so bleiben alle dieseverbrecherischen Neigungen unbefriedigt und leben sich nur inder Einbildung aus. Der pervertirte Ich-Süchtige ist dannblos ein platonischer oder theoretischer Missethäter und wenn erschriftstellerischer Thätigkeit obliegt, so wird er zur Rechtfertigungseiner Verworfenheit philosophische Systeme aushecken oder mitliebevoller Schönrednerei sie in Vers und Prosa feiern, heraus-putzen und möglichst bestechend darstellen. Wir haben danndie literarische Erscheinung des Diabolismus und Decadentismusvor uns. Diaboliker und Decadenten unterscheiden sich von denVerbrechern lediglich darin, daß jene blos träumen und Wortemachen, diese aber die Entschlossenheit und die Kraft haben,Thaten zu thun. Gemeinsam jedoch ist ihnen, daß sie gesell-schaftfeindliche (antisoziale") Wesen sind.')

')Die Mängel der psycho-physischen Organisation, die sich inHandlungen Luft machen, welche nicht nur von der Sittlichkeit, dieser

Nord au, Entartung. II.

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