I. Psychologie der Jch-Sucht.
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und Fuhlens begleitet, die aber freilich bei flüchtigem Hin-blick nicht gleich eben so deutlich bemerkt werden mögen wiedie besonders stark entwickelte Wahnvorstellung. Die neuereklinische Beobachtung hat eine lange Reihe derartiger fixerIdeen oder „Monomanien" entdeckt und die Thatsache erkannt,daß sie allesammt die Folge einer Grund-Verfassung desOrganismus, nämlich seiner Entartung, sind. Es war unnöthig,daß Magnan jedem Entartungs-Anzeichen einen besonder»Namen gab und die beinahe drollig wirkende Schaar der„Phobien" und „Manien" aufmarschiren ließ, die „Agora-phobie" (Platzscheu), „Klaustrophobie" (Scheu der geschlossenenRäume), „Rupophobie" (Schmutzscheu), „Jophobie" (Gistscheu),„Nosophobie" (Krankheitsscheu), „Aichmophobie" (Scheu vorspitzen Dingen), „Belcnophobie" (Nadelscheu), „Kremnophobie"(Abgrundscheu), „Trichophobie" (Haarscheu), die „Onomato-manie" (Wort- oder Namen-Wahnsinn), „Pyromanie" (Brand-Wahnsinn), „Kleptomanie" (Stehl-Wahnsinn), „Dipsomanie"(Saus-Wahnsinn), „Erotomanie" (Liebes-Wahnsinu), „Arithmo-manie" (Zühl-Wahnsinn), „Oniomanie" (Kauf-Wahnsinn) u.s.w.Man könnte diese Liste nach Belieben verlängern und sie un-gefähr mit allen Wurzeln des griechischen Wörterbuchs bereichern.Das ist einfach eine philologisch-medizinische Spielerei. Keineder von Magnan und seinen Schülern entdeckten, beschriebenenund mit einem klangvollen griechischen Eigennamen versehenenStörungen ist etwas Selbstständiges, keine tritt vereinzelt aus,und Morel hatte Recht, als er alle diese bunten Kundgebungenkrankhafter Hirnthätigkeit als unwesentlich vernachlässigte undsich an die eine Haupterscheinung hielt, die allen „Phobien"und „Manien" zu Grunde liegt: die große Emotivität derEntarteten^). Hätte er zur Emotivität oder übergroßen Erreg-
y Legrain, I)n äölirs 0 I 1 S 2 los clögönurüs, Paris, !886, drücktdies btos mit etwas anderen Worten ans, wenn er (S. 68) sagt:„Zwangs-Vorstellung, Zwangs-Antrieb, das ist es, was man amGrunde jeder Monomanie antrifft."