612 Geschichte der Kreuzzügc. BuchVIII. Kap.XVIII.
2-^r. siglten, die moslemischen Bewohner jener Stadt in sein Ge-biet aufzunehmen; als aber eine Gesandtschaft des KönigsHugo erschien mit der Bitte, daß der Sultan wegen einessolchen Anspruchs nicht oie Waffenruhe unterbrechen möchte,so gab Dibars nach und gedachte dieser Angelegenheit nichtweiter ").
Die syrischen Christen erhielten seit dem Abschlüsse desWaffenstillstandes zwar manche Verstärkungen durch die An-kunft von Pilgern aus dem Abendlande; Thomas aus demPredigerorden, zuvor Erzbischof von Coseuza, welcher alsPatriarch von Jerusalem und Legat des apostolischen Stuhlsfür ganz Syrien am F. Oktober 1272 nach Ptolemais kam,brachte mit sich fünfhundert Bewaffnete zu Pferde und zuFuß, welche von der Kirche besoldet und unterhalten wur-den"); am 8. April 127Z kam Olivier von Termes zumdritten Male nach dem heiligen Lande, und es befanden sichin seinem Gefolge fünf und zwanzig Ritter und hundertArmbrustschützen, welche der König von Frankreich besol-dete"); und noch in demselben Jahre wurden von dem
75) Ebn Ferath (Handschr. der k. k.Hofbibliothek zu Wien) a. a. 0 .
7Ü) Hugo Plagon x< 746, wo nochhinzugesetzt wird, dag der PatriarchThomas auch Bischof von Ptolemaiswar; denn Gregor X. hatte ihm disVerwaltung dieser damals erledigtenbischöflichen Kirche übertragen, itai-naläi ann. ccaice. ast -i. 1272 tz. 17.Diese Verbindung des Patriarchatsvon Jerusalem mit dem BiüthumePtolemaiS war für so lange Zeit, alsdie Kirche der heiligen Stadt ihrerEinkünfte beraubt seyn würde, zuerstvon Urban lv. angeordnet wordenund wurde spater von Nicolaus m.und Nicolaus lv. bestätigt. Rainaistast a. i2gg §. 41). Vgl. Marin. San.
z>. 225. Ucbrigens war Thomas beyder Anwerbung der Miliz, mit wel-cher er nach Ptolemais kam, nicht mitgehöriger Vorsicht verfahren und hattemeistens nur Gesindel in den'Dienstder Kirche ausgenommen, weshalbihn der Papst zur Verantwortungzog. Gregor urtheilt aber günstigerüber die Miliz des Patriarchen ineinem Schreiben, in welchem er demKönige Philipp von Frankreich fürdie Erleichterungen, welche derselbedem Patriarchen bey der Anwerbungseiner Miliz gewährt batte, dankte.Rainaist. I. c.
77) Hugo Plagon a. <1. O. Marin.San. x, LLZ.