Druckschrift 
7,2 (1832) Die Kreuzzuege des Königs Ludwig des Heiligen und der Verlust d. heiligen Landes
Entstehung
Seite
505
Einzelbild herunterladen
 

ZweyteS Krcuzgelübde des KSnigs Ludwig IX. 505

auch der Seneschall Joinville, der treue Gefährte des-2-Ar.nigs Ludwig auf dessen erster Kreuzfahrt, nach Paris ge-schieden, und Joinville wußte nicht, als er daselbst amAbende des bestimmten Tages anlangte, daß der König dieAbsicht hatte, das Kreuz wiederum zu nehmen. In derNacht aber hatte ec einen Traum, in welchem er sah, wieder König Ludwig knieend vor einem Altäre von mehrerenPrälaten, welche mit ihrer völligen Amtskleidung angethanwaren, mit einem Meßgewands von rothem geringen Zeuge,wie man es zu Rheims verfertigte^), bekleidet wurde;und als Joinville diesen Traum seinem Capellan Wilhelmerzählte, so sprach dieser:gnädiger Herr, ihr werdet sehen,baß der König das Kreuz nehmen wird; denn das rothe Ge-wand bezeichnet das von dem Blute Gottes geröthete Kreuz,das geringe Zeug dieses Gewandes aber bedeutet, daß dieKreuzfahrt des Königs nicht gesegnet seyn wird, wie ihr sehenwerdet, wenn Gott euch das Leben fristet." So wie derCapellan des Scneschalls Joinville keinen glücklichen Erfolgvon einer wiederholten Meerfahrt des Königs Ludwig er-wartete, so waren auch manche Ritter derselben Meynung;und als am folgenden Tage, dem Feste Maria Verkündi-üz.Märzgung, der Seneschall, nachdem er in der Kirche der heiligenMagdalena die Messe gehört hatte, in die königliche Kapellekam, wo Ludwig vor dem wahren Kreuze und den übrigendort aufbewahrten Reliquien betete: so vernahm er die Aeu,ßerungcn zweyer Ritter des königlichen Raths, welche vondenselben Besorgnissen, wie sein Capellan Wilhelm, beun-ruhigt wurden.Ihr werdet es kaum glauben," sprachder eine dieser Ritter zu dem andern,daß der Königwieder das Kreuz nehmen wird;" woraus der andere erwie-

Lg) Vne diesudle vermeille äe s.'drge äe l^eius (Zrlieims). 7o!uvrl1ei?6r kol.)