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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
Seite
173
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gen wahren Gott, den gnostischen Allvater, un-ter dem Symbole eines bärtigen Kopfes, als demBilde der Allweisheit verehrt. Doch kanndies nur auf die letzten Grade der Kleriker undWissenden passen. Die Ritter selbst waren roheKrieger, von denen nur äußerst selten Einer schrei-ben konnte, gänzlich ungebildet, und befangen imsinnlichen Glauben der kirchlichen Institute, nichteinmal fähig, und noch weniger aufgelegt, zum re-ligiösen Nachdenken.

Wie dem auch sein möge, immer bleibt dieGeschichte dieser ehedem so mächtigen Verbindungein lehrreicher Beweis des Einflusses, den religiö-ser Enthusiasmus auf die Bildung vieler Tausendevon Menschen mehrere Jahrhunderte hindurch ha-ben kann. Sie zeigt, was ein kräftiger, aus le-bendiger Überzeugung entspringender Wille vermag,wie sehr der dadurch begeisterte Mensch sich überdie gewöhnliche Elasse seiner Brüder erhebt, undHindernisse, welche ihm unüberwindlich schienen,dennoch zuletzt mit ausharrendem Muthe besiegt.Die Geschichte dieses Ordens lehrt aber auch, wieein Leben, einzig der ritterlichen Ehre und der Aus-übung mönchischer Pflichten geweiht, aus der einenSeite zu Stolz, Übermuth und Habsucht, auf derandern zur Geringschätzung des wahren religiösenund bürgerlichen Lebens, und selbst zum Unglaubenführen kann. Unbedeutend war der Anfang desOrdens, schnell und gewaltig sein Wachsthum, herr-lich seine Thaten, groß seine Macht, sein Ansehenund sein Einfluß, noch größer aber die Beschuldi-gungen, deren er angeklagt wurde, verwickelt seinProzeß, grausam sein Verhör, schrecklich das Ende.