Die Hauptfesttage, welche von den Tem-pelherrn gefeiert wurden, sind folgende: der Neu-jahrstag, Heil, drei Könige, Lichtmeß, Maria Ver-kündigung, Ostern, KceUz-Ersindung, Christi Him-melfahrt, Pfingsten, Johannistag (das Haupt-fest im Orden, an welchem man gern General-Kapitel hielt) Maria Magdalena, Laurentius, Ma-riä Himmelfahrt, Maria Geburt, Kreuz-Erhöhung,Michael, Allerheiligen, Martin, Katharina, Niko-laus, Weihnachten und alle Apostcltage, an wel-chen strenges Fasten vorgefchricben war.
Wie im Frieden so auch im Kriege wurden dieRitter zu dem pünktlichsten Gehorsam ungehalten.Es gab eigene Kriegsstatuten, welche sowol vondem Verhalten der Brüder auf dem Mar-sche, als im Lager und im Gefechte handel-ten. Der Ocdcnsmarfchall war, wenn Geschäfteden Meister abhieltcn, die Seele dieser Züge. Ecwählte den Lagerplatz, gab das Zeichen zum Auf-bruch, bestimmte den Ort, wo die Feldkapelle auf-geschlagen werden sollte. Zunächst diesem hatten derGroßprior und der Truchseß ihr Zelt. Er führteim Gefecht den Banner, und befahl fünf bis zehnRittern, als Bannerwache, um ihn zu sein. Ne-ben dem Banner, der heilig gehalten wurde, ritt,kämpfte und ruhte der Herold. Einer der Rittervon der Bannerwache trug eine mit einer Fahneumwickelte Lanze, damit er, wenn der Banner desMarschalls fiel, sein Panm'cr entwickeln, und sodie Brüder um sich versammeln konnte.
Den strengen Regeln entsprachen auch die Stra-fen, unter denen Ausstoßung aus dem Ordendie härteste war. Simonie, Verrath, Mord, Irr-glauben und Sodomie zogen, wenn der Großmei-