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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
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pitel belauschen könne, hielt der Kompthur einenVortrag, worin er die Brüder zur Rechtlichkeit undBesserung anhielt, und sie zur Beichte aufforderte;denn nach den ersten Statuten sind die Kapitelhauptsächlich der Beichte wegen gestiftet. Diesegeschah öffentlich. Hierauf mußte derjenige, dergebeichtet hatte, den Saal verlassen. Nun wurdendie Stimmen für seine Pöniten; gesammelt, unddieselbe ihm alsdann von der ganzen Versammlungkund gethan, nie aber das Urtheil eines einzelnenBruders gesagt.

Nachdem diese disciplinarischen Angelegenheitenbeendigt waren, legte der Obere den Brüdern diedunkele» Stellen in den Statuten aus, und er-mahnte sie, dieselben genau zu befolgen. Hieraufgab er denen, die gebeichtet hatten, die Absolutionmit den Worten:Allen, die ihr Vergehen reuigbekannten, ertheile ich kraft meiner Gewalt, Verzei-hung im Namen Gottes und unserer lieben Frauen,im Namen der Apostel Petrus und Paulus undin Eurer Aller Namen, die Ihr mir die Gewaltgegeben habt!" Dann betete er für die Kirche, fürdas Königreich Jerusalem, für den Orden, und alletobten und lebenden Wohlthater der Tempel. Warein Kapellan zugegen, so sprach dieser:Liebe Herrnund Brüder! Sprecht mir Eure Beichten nach.Hierauf folgte die Lossprechung im Allgemeinen nachder Sitte des Ordens. War kein Kapellan zuge-gen, so betete jeder Bruder ein Vater-Unserund das Kapitel war geschlossen.