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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
Seite
114
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ausstehen müssen, gab er zur Antwort: „Noch vordrei Monaten habe ich aus das fürchterlichste ge-litten, und zwar vor den Aussagen der Brüder, dienach mir von dem Bischöfe von Paris abgehörtwurden. Eine Stunde lang mußte ich in einerschmutzigen Grube stehen, die Hände auf dem Rü-cken so fest zusammengcschnürt, daß mir das Blutbis durch die Nagel drang. — Und jetzt betheuceich, daß, wenn ich noch einmal, wäre es auch aufnoch so kurze Zeit, auf die Tortur gespannt werdensollte, ich Alles vorhin Gesagte läugnen, und Alles,was man von mir fordert, eingestehen werde. Ichbin bereit, für die Ehre des Ordens mich köpfen,brennen und sieden zu lassen, aber so langwierigeund grausame Martern, als ich in meiner nun mehrals zweijährigen Gefangenschaft erduldet habe, aus-zuhalten — wäre mir nicht möglich".

Die Commissarien setzten, aller dieser Unschulds-betheurungen ungeachtet, den Prozeß gegen den Or-den bis zum 26. Mai 1311 fort. Sie endigtenerst dann, als der Papst nach Eingabe der Acten,den Bescheid ectheilte, daß die Aussagen von 231Zeugen hinlänglich wären, und man schwerlich durchdie Zulassung neuer Bertheidiger der Sache näherauf die Spur kommen dürfte, zudem der Terminder ausgeschriebenen allgemeinen Kirchenversamm-lung nicht mehr fern sei. Unterdessen waren auchin den übrigen Ländern Untersuchungen über dieTempler verhängt, namentlich in England, woselbstWilhelm von More Großprior war.

Im I. 1309, am 25. Nov. begannen die vor-läufigen Verhöre zu Vork, London und Lincoln. Dievon dem Papste nach England gesendeten Richter wa-ren Dieudonns, Abt von Layny, und Sicard de Vaux,