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1 (1830) Geschichte des Tempelherren-Ordens
Entstehung
Seite
103
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Reichs, um zu gleicher Zeit die daselbst gefangen sitzen-den Ritter ins Verhör zu nehmen. Die Städte, inwelchen die Inquisition außer Paris ihr blutigesAmt begann, sind: Caen, Pont de l'Arche, Lahors,Earcaffone, Troyes, Bayeux, Beaucaire, Bigorre,Elermont, Chinon und das Schloß Troulars beiMasdeu.

Doch war das Verhör zu Paris das wichtigste,weil von den Aussagen der Mehrzahl der Ritterund der vornehmsten Tempelherrn, des Großmei-sters, des Großpriors von Frankreich, den man auchGcoßkompthur nannte, der Großprioren von der Nor-mandie und von Aquitanien das Schicksal des Or-dens abhangen mußte. Der König bestimmte ei-gene Männer, welche als Zeugen der Untersuchungbeiwohnen sollten. Zuerst wurden jedem einzelnenRitter die Artikel vorgelesen, über die man sie be-fragen wollte; hierauf nahm man ihnen einen feier-lichen Eid ab, daß sie bei ihrer Aussage nur demWege der Wahrheit folgen wollten —, ein Betragen,welches mir um so weniger klug und berechnet zusein scheint, als von Menschen, die man der ab-scheulichsten Verbrechen, Verläugnung des Welthei-landes, Sodomiterei und Abgötterei zeihte, keineFurcht vor dem Eide zu erwarten war.

Da nun zu Anfang fast Alle die Anschuldigun-gen hartnäckig läugnetcn, wurde die Tortur bei jedemEinzelnen auf eine so furchtbare Weise angewendet,daß Vielen die Glieder verrenkt wurden und siehalbtodt in den Kerker getragen werden mußten.Das Geschrei der Meisten war bei den gräßlichenSchmerzen des „Hiffens"*) so fürchterlich, daß die

) S. Anmerk. LS.