eine andere Richtung gaben, und somit ihre Wirk-samkeit mehr eine innere als äussere genannt wer-den kann.
Unter Philipp's Regierung kündigte der Königvon Armenien den Templern Krieg an (1202).Eine Übereinkunft und die Hülfe des Papstes be-seitigte ihn; doch nachmals jagte der König alleTempler aus seinen Staaten, und erst im 1.1213wurden diese Streitigkeiten zum Vortheile des Or-dens geschlichtet.
Theodat von Bersiac.
1204 — 1210 .
Theodat von Bersiac, Bersi'ako, Berscy oderBreisach war ein würdiger Mann, dem die immermehr zunehmende Lasterhaftigkeit im Orden einGreuel war. Er that zur Besserung Alles, wasihm, dem Einzelnen, zu thun nur immer möglichwar. Allein Manches hatte schon zu tiefe Wur-zeln gefaßt, um aus einmal ausgerottet zu werden.Hohe und Niedere des Ordens stöhnten dem üp-pigsten Wohlleben, verbunden mit dem empörend-sten Stolze und der schändlichsten Habsucht.
Im I. 1204 sehen wir die Streiter Christidurch einen niedrigen Betrug auf Kosten des aber-gläubigen Volkes sich bereichern. Ein Wundermußte natürlich der Mantel sein, hinter dem sichdie Gleißnerei verbarg. In einem Kloster, 6 Mei-len von Damaskus soll ein Marienbild auf einmalFleisch und Blut angenommen haben. Die ölar-tige Milch, welche aus ihren Brüsten floß, verkauftendie Templer als erquickenden Genuß an die Pilger.