Glauben, daß ein Assassine nicht den Werth einesandern Menschen habe, daß sich überhaupt von ei-ner Bande der verworfensten Meuchelmörder —auch mit christlichem Namen — nichts Gutes er-warten ließ, daß der Ritter Dumesnil den Gesand-ten persönlich haßte, so verliert dieselbe viel von ih-rer Abscheulichkeit*).
Inzwischen wuchs das Ansehen des Ordens im-mer mehr und mehr. Der Papst Alexander Hl.nahm sich vorzugsweise desselben, an und gab ihmneue Privilegien. Die Bulle „Omne datum Opti-mum" ward in volle Anwendung gebracht; keinTempler brauchte einen Eid abzulegen, der Groß-meister sollte nur von den Brüdern allein gewähltwerden, der Orden sei frei von allem Zehnten, cssei ihm gestattet, Geistliche aufzunehmen. So ent-stand die dritte Klaffe der Templer, die Kleriker,welche den Gottesdienst und die Seelsorge übernah-men. Durch die Vergünstigung, daß ein mit demJnterdict belasteter Ort durch die Anwesenheit derTempler davon befreit war, erreichte der Orden denZenith seines Ansehens und seiner Macht.
Mit diesem Glücke erreichte auch der Neid unddie Feindschaft der Hospitaliter den höchsten Grad,indem sie die Templer als durch ihre frühere Un-terstützung erhaltene Schützlinge betrachteten. DieTempler aber wollten höher stehen, weil sie sichzuerst zum Schutze des h. Landes bewaffnet undstets im Vordertreffen der Christen gekämpft hatten.
Die Streitigkeiten kamen auf dem Lateran-Concil zur Sprache. Nach dem Willen des Pap-stes mußten sich beide Großmeister, Odo von St.
S. Anmcrk. 10.