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2 (1837) Von 1640 bis 1688
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470
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470 Buch IV. Sechstes Hauptstück.

In der Mark war die gegenseitige Stimmung der beidenParteien nicht anders ^). Des Kurfürsten Erwiederung aufdie Beschwerden der lutherischen Stande der Marken (1683)zeigte seine Denk - und Handlungsweise sehr schön. Er tadeltees, daß der Aufsatz in so harter, empfindlicher und gegen denLandeshcrrn ungewöhnlicher Rede und Schreibart abgefasst sei,daß er wohl Ursache gehabt die Schrift zurückzugeben. Erhabe wahrend seiner nun dreiundvierzigjahrigen Negierung nieJemandes Gewissen beschwert oder in seiner Religion gekrankt,auch keinen Unterschied zwischen Lutheranern und Reformir-ten gemacht. Einzelne Kleinigkeiten ohne seinen Willen durchSchuld der Patrone oder Consistorien bildeten keine Landesbe-schwerdcn. Sie sollten nur sehen, wie es in andern Landernhergehe. Doch erhielten fünf lutherische Landgemeinden derNeumark kurfürstlichen Patronats rcformirte Prediger, und alsder oberste Landrichter des Fürstenthums Troppau, der von denHussitcn abstammende Herr von Lichnowsky, zwei Dörfer imKrossenschcn kaufte, richtete er auch dort (1686) den reformir-ten Gottesdienst ein und zog viele Evangelische aus Böhmenund Schlesien an sich. Indessen waren das nur Einzelnheiten,im Ganzen aber die Reformirten im Volke nicht zahlreich, undso viele deren auch im Heere und unter den Hof- und Staats-beamteten waren, so wurde doch nicht bemerkt, daß sie denLutheranern zu auffallend vorgezogen worden waren H. Postil-len, in denen Rcformirte geschmahet wurden, und alle an-dere Katechismen ausser den lutherischen befahl der Kurfürst(1681 u. 1683) abzuschassen und verschärfte die Prüfungender Candidaten der Theologie. Wegen der großen Unwissen-heit des gemeinen Mannes, des Gesindes und der Kinder inGlaubenssachen, so daß sie fast gar keine Erkenntniß von Gott,geschweige denn von den Hauptstücken des christlichen Glau-bens hatten, befahl er den Predigern der berliner Kirchen (1683),weil die Wochcnkatechisationen wenig besucht würden, jeden

1) König S. 187 sagt: Des Kurfürsten Fortschritte gegen dieSchweden im I. 1679 wären, da man sie für Stützen des Lutherthumsangesehen, von Vielen in der Mark ungern gesehen worden, was sehrglaublich ist.

2) Herings neue Beiträge I. S. 31 u. 63.