58
Buch IV. Zweites Hauptstück.
Zweites Hauptstück.
Nom Abschlüsse des westfälischen Friedens bis zum Aus-bruche des schwedisch-poln. Kriegs. (1648 —1655.)
Äaum waren dem Kurfürsten die angegebenen Lander als Ent-schädigung für den von ihm an Schweden überlassenen Th eilPommerns durch den Abschluß des Friedens zugesichert, als ersehr angelegentlich bemühet war die Räumung derselben undseiner übrigen Staaten von fremden Truppen zu beschleunigen. ,Er drang fortwährend daraus in Nürnberg bei der Reichsver- ^sammlung zur Friedensvollziehung und in Stockholm durcheinen eigenen Gesandten. Man berechnete, das schwedische Heer .allein koste täglich den Deutschen, vorzüglich den evangelischen ^Fürsten, 120,000 Thaler, was die seit dreisstg Jahren aus- 'gesaugten Unterthanen zur Verzweiflung brachte. Um denSchweden keinen Vorwand zu lassen, in seinen Ländern län-ger zu verweilen, entrichtete er seinen ersten Beitrag zu denihnen vom Reiche zugcsicherten drei Millionen Thaler und ver-sprach auch den Beitrag zu den übrigen zwei Millionen zubezahlen, sobald sie die nicht streitigen Landestheile geräumthaben würden. Wirklich übergaben ihm die Kaiserlichen sehrSeptbr. bald die Festung Hamm, die Schweden das Mindensche und
1648 Halberstädtische im nächsten Jahre, obwohl ihre Besatzungen
1649 aus den Hauptstädten erst im Frühlings und Herbste des dar-
1650 aus folgenden Jahres abzogen'). Schwieriger zeigten sie sichHinterpommern, und die Holländer die kleveschen Festen aus-zuliefern. Die Schweden zögerten besonders deshalb, weil sievon dem Kurfürsten einen ihnen vortheilhasten Grenzvertragerzwingen wollten, dessen Abschluß sie aber unter vielerlei nich-tigen Vorwänden möglichst verzögerten, so sehr ihn der Kur-
1) kuksnäork HI. 22 u. 35.