Wissenschaften.
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machte. Der Kurfürst selbst wies die Bezahlung der gekauf-ten Bücher an und empfahl, als er im August 1674 ins Feldzog, den geheimen Rathen die Bibliothek und deren Vermeh-rung angelegentlich. Besonders interessirte er sich für chinesi-sche und indische Handschriften, deren eine nicht unbedeutendeAnzahl erworben wurde, so daß überhaupt im Jahre 16871618 Handschriften und etwa 20,600 gedruckte Bande vor-handen waren. Der Gebrauch der Bibliothek wurde sehr freisin-nig gestattet und auch von ausgezeichneten auswärtigen Gelehrtenmit Erfolg für ihre Bestrebungen benutzt, was dem Kurfürstengroßen Ruhm erwarb. Bis an sein Ende beschäftigte ihn dieBibliothek lebhaft und er war eben im Begriffe für sie einneues, bequemes und großes Gebäude zu bauen, als ihn derTod daran hinderte').
Da der große Fürst aus eigener Erfahrung wusste, wiewichtig Menschenkenntnis! sei und daß diese ausser unmittel-barer Erfahrung zunächst durch die Geschichte erworben werde,auch voll hohen Selbstgefühls seine eigenen Thatcn der Weltnicht wollte unbekannt bleiben lassen, so nahm er nach Schoo-kius (1673) den Johann Baptist« von Rocoles, einen Fran-zosen, der von der katholischen Kirche zur reformirtcn überge-treten war, zum Historiographen an, der aber so wenig alssein Vorgänger geeignet war die Absichten des Kurfürsten zuerfüllen 2). Endlich (1686) nahm er den berühmten SamuelPufendors als Historiographen in seine Dienste; dieser konnteaber seine Arbeit erst nach des Kurfürsten Tode vollenden.
Ausserdem unterstützte er Gelehrte in ihren wissenschaft-lichen Bestrebungen und beschenkte die, welche ihm ihre Werkeüberreichten oder widmeten, vorzüglich den Italiener GregorioLeti, einen niedrigen Schmeichler, für dessen italienisch geschrie-bene, höchst oberflächliche, weitschweifige und mit der eines
1) Willens Gesch. der königl. Bibliothek S. 20 ff. Im Durch-schnitte wurden jährlich wenig über 3ül) Lhaler auf die Vermehrung derBibliothek gewendet.
2) Er wurde später in Frankreich wieder katholisch.
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