408 Buch IV. Sechstes Hauptstück.
Unternehmen erschien, jedoch nicht vereinzelt betrachtet werdendarf. Wir haben bereits mehrfach Gelegenheit gehabt zu be-merken, wie sehr der Kurfürst die Wichtigkeit des Handels be-griff und diesen zu fördern bemüht war. Vor Allem sprangdas Einträgliche und Vortheilhafte des Seehandels in die Au-gen, weshalb er auch, voll von der Bedeutung der Lage Stet-tins für denselben, so viele Mühe anwcndete es im westfäli-schen Frieden zu erwerben, im Kriege gegen Karl Gustav ein-zunehmen, zuletzt gegen Karl XI. zu erobern und zu behaupten.Wir sahen auch, wie er bald nach dem westfälischen Friedenein dänisches Fort aus der Küste von Koromandel erwerben
1675 wollte, und wie er gleich nach der Schlacht von Fehrbellin
1676 durch einen holländischen Kaufmann Raule mehrere Schiffe
1677 miethen, ausrüstcn, dann in der Ostsee kreuzen und zur Er-uiid obcrung Stettins und Rügens kräftig Mitwirken ließ. Nun
1678 Besitze eines großen Theils der zum Handel wohlgelegenenOstseeküste dachte er sogleich ernstlich daran, diesen möglichstzu heben. Weil sein lebhafter, mit überspannten Hoffnungenerfüllter Geist leicht weitaussehcnde Entwürfe ergriff, errichteteer ein allgemeines Handelscollegium in Berlin, dem er Kauf-leute aus allen Seeplätzen zugesellte, und wollte auch die fürden Handel nothwendige Kriegsmarine einrichten. Er schloßdaher mit dem Raule einen neuen Vertrag auf sechs Jahre,durch welchen sich dieser verpflichtete, für 5000 Thaler monat-lich in den kurfürstlichen Häfen sechs völlig ausgerüstete undbemannte, immer segclfertige Fregatten von zwanzig bis vier-zig Kanonen zu unterhalten. Diese kreuzten sehr glücklich ge-gen die Schweden, legten sich vor die Mündung der Elbe undtrugen viel dazu bei, daß die Hamburger die dem Kurfürstenschuldigen Summen bezahlten; dann ließ er sogar zwei Fre-gatten in Wcstindien auf französische Schiffe kreuzen, wurdeaber durch Frankreich bald gcnöthigt sie zurückzurufen. Alser durch den Frieden von St. Germain Stettin und Stral-sund wieder verlor, wollte er doch seine Entwürfe für den aus-wärtigen Handel nicht aufgcben, zugleich aber seine Marinebeschäftigen. Nun war ihm Spanien vermöge des Bündnissesv. I. 1674 monatlich 32,000 Thaler Subsidien zu entrichtenschuldig, cbazhltc sic aber nicht, so daß er gegen zwei M'"'--