Der Kaiser.
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Kaiser warf dagegen dem Kurfürsten vor, zuerst in VossemFrieden mit den Franzosen geschlossen, dann sich zu spat inMarsch gesetzt und unter dem Vorwände der Uneinigkeit mitden österreichischen Generalen den Franzosen im Elsaß Gele-genheit zum Entschlüpfen verschafft zu haben. Nur Winter-quartiere habe er gesucht und spater für sich gegen Schwedengefochtcn, für Deutschland nichts gcthan. Natürlich war esdem Kurfürsten leicht, sich über alle diese Vorwürfe zu recht-fertigen, doch stieg seine Unzufriedenheit um so höher und erwidersetzte sich mit Erfolg der Federung des Kaisers, zum Er-sätze für das an Frankreich übergebene Freiburg die ReichsstädteUberlingen und Offenburg zu erhalten, verlangte vielmehr fürsich die Reichsstädte Dortmund, Mühlhausen und Nordhausen,obwohl bei dem lebhaften Widerstreben der Rcichsstände ohneErfolg Man bemerkt an den beiderseitigen Federungen,wie seit dem westfälischen Frieden die einzelnen Theile des al-ten in seinen Grundfesten erschütterten Reichs bereits von denmächtigeren Fürsten als Ersatz für Schaden in Anspruch ge-nommen wurden, den sicher diese kleineren Rcichsstände nichtverschuldet hatten, und es schien nur eine kräftige Hand zufehlen, um das ganze Gebäude umzustürzen, welches sich, ähn-lich dem europäischen Staatensystcme, nur unter dem Schutzedes Neides erhielt, der die größeren Fürsten gegen einanderbeseelte. War man doch in Wien besorgt, der Kurfürst werdeseine Ansprüche auf die seit fünf Jahren mit dem Aussterbcnder Plasten erledigten und vom Kaiser als Könige von Böh-men eingezogenen Herzogthümer Liegnitz, Brieg und Wohlaugeltend machen und die Waffen, welche er nicht hatte gegenHolland brauchen können, gegen den Kaiser wenden, der des-halb schon Vorkehrungen traf und mit Baiern ein Bündnißgegen diejenigen schloß, welche wegen des nimweger FriedensKrieg anfangcn würden^).
Gegen Spanien griff der Kurfürst wirklich zu den Waf-fen, was allerdings in seinen Verhältnissen als ein höchst keckes
1) IVsgnor p. 489 ff.
2) VVsßnsr p. 49s. Maximilian Emanuel, Kurfürst von Baiernseit 1679, bald Kaiser Leopolds Schwiegersohn, war für Österreich, wiesein Water Ferdinand Maria für Frankreich.