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Buch IV. Sechstes Hauptstück.
stürzt und die ihn nicht allein nicht unterstützt, sondern ohneRücksicht auf das Völkerrecht gegen die feierlichsten Vertrageund Zusagen verlassen und einen abgesonderten, ungerechten undunerhörten Frieden geschlossen hatten. Welchen Trost könntensie dabei haben, zu sehen, daß er, der alle Kräfte aufgcwen-det sie zu retten, nun zum Danke nur Verluste habe? Erhoffe mit Sicherheit Schadenersatz von ihnen, behalte sich seineAnsprüche vor und schloß: Gott möge sie vor ähnlichen Über-fällen behüten, damit sie nicht zu ihrem Nachthcile erführen,was es heisse getreue Freunde zu verlassen! Die General-LZ. Aug. staaten antworteten sehr höflich und lobend, wie sehr sie an-erkennten, was er für sie gethan, wie sie aber zum Friedengezwungen worden, sich jedoch auch nachher angelegentlich be-mühet hätten seinen westlichen Staaten Neutralität zu ver-schaffen, was aber unmöglich gewesen; sie, als seine alten Ver-bündeten und Glaubensgenossen, wünschten daher fortwährendZ. Scpt. gutes Einverständniß mit ihm. Der Kurfürst crwicdertc, daß1679 xx auf eine Entschädigung bestehe, die ihm gebühre, und wollte,da er die Schwäche der Holländer im Landkriege erkannt hatte,sogar ein Heer an die Bssel führen und sie mit den Waffenin der Hand dazu zwingen. Das ging indessen ohne Einwilli-gung der Franzosen nicht an und Louvois erklärte sich dagegen,denn ein kleines Heer könne nichts ausrichten und der Königkein großes in seiner Nähe dulden; doch versprach er sich fürBezahlung der rückständigen Subsidien zu verwenden. DieGcncralstaaten schickten einen Gesandten nach Berlin, der denKurfürsten zu besänftigen suchte, und der alte Schwerin trugauch das Scinige dazu bei, daß es wenigstens nicht zum offen-baren Bruche kam ').
Mit dem Kaiser wurde die Spannung noch ernstlicherund dauernder und drohete ebenfalls in offene Feindseligkeitenüberzugehcn. Der Kurfürst beschwerte sich über die Übereilung,mit welcher der schimpfliche nimwcger Friede abgeschlossen under, der Bundesgenosse, gegen die bestehenden Verträge ver-lassen worden sei, und verlangte demgemäß Schadenersatz. Der
1) I? uIsn>Ioi I XVII. Z. 62 st. VVngeilsnr VI. p. Z53. DieSchreiben vollständig in den Xctes st Insmoires >le In pnlx äs dlim-wexne. 1'. IV. p. 510 st.